Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2005

Raumplanung im Dienst von Lebensqualität und Umweltschutz

Archiv: 17. Januar 2005

Die Grossratsfraktion des Grünen Bündnisses hat sich am Wochenende an ihrer halbjährlichen Fraktionsretraite ausführlich mit dem Thema Raumplanung befasst. Sie verfolgt die kantonale Raumplanungspolitik mit zunehmender Besorgnis, weil diese dem haushälterischen Umgang mit dem Boden und dem Schutz der Umwelt viel zu wenig Gewicht beimisst.

Medienmitteilung Grünes Bündnis Kanton Luzern

Raumplanung wird im Kanton Luzern primär als eine einseitig verstandene Wirtschaftsförderung wahrgenommen, die vorab entlang der Hauptentwicklungsachsen wirtschaftliche Bedürfnisse befriedigen soll. Nicht mehr die gesamte Bevölkerung und die Umwelt werden als "Kundinnen" der Raumplanung verstanden, sondern ein eingeschränkter Kreis von WirtschaftsteilnehmerInnen. Die kantonale Verkehrsplanung verfolgt eine untaugliche und nicht finanzierbare Doppelstrategie. Neben dem zögerlichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs werden im Rahmen des Agglomerationsprogramms umfangreiche neue Strassenbauten geplant, die zu mehr Verkehr, Lärm, Umwelt- und Gesundheitsschäden führen werden.

Fahrtenmodelle sind zwar interessante Ansätze, aber sie müssen sich an der Luft- und Lärmbelastung orientieren, nicht an der maximalen Auslastung der vorhandenen Strassen. Bei der Öffnung der Landwirtschaftszone für nicht landwirtschaftliche Bedürfnisse nutzt der Kanton Luzern jeden erdenklichen Spielraum und nimmt damit zunehmende Zersiedelung, steigende Bodenpreise in der Landwirtschaftszone und überbelastete Infrastrukturen in Kauf. Auch der hässlichen "Verhäuselung" an den Rändern der Siedlungsgebiete wird nicht entgegengewirkt.

Die GB-Fraktion fordert, dass der haushälterische Umgang mit dem Boden wieder zur Leitidee der Raumplanung wird. Mit einer klugen Nutzungsdurchmischung, mit gezielter Umnutzung brachliegender Industrieareale, mit einer massvollen Siedlungsverdichtung und einer weitsichtigen Nutzungskoordination soll eine Siedlungs- und Raumstruktur angestrebt werden, die weniger Zwangsmobilität und Umweltbelastungen verursacht, hohe Lebensqualität in Siedlungen bringt, ein umwelt- und klimaverträgliches Wirtschaftswachstum anstrebt und dem vernachlässigten ländlichen Raum gute Entwicklungschancen zugesteht. Schliesslich sind die von einander isolierten Naturräume und Naturschutzgebiete wieder besser zu verbinden, damit die Artenvielfalt nicht noch stärker unter der krassen Zerschneidung der Landschaft leidet.