Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2004

Kinderkrippen für alle Stadtquartiere

Archiv: 15. November 2004

Motion von Agatha Fausch Wespe namens der GB/JG-Fraktion und Gaby Schmidt namens der SP-Fraktion

In den letzten vier Jahren hat die Stadt Luzern einiges unternommen, um die familienergänzende Kinderbetreuung in der Stadt zu koordinieren und zu optimieren. Die Sozialdirektion hat die Angebote der privaten und betrieblichen Kinderkrippen für Vorschulkinder erfasst. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Einrichtungen gefördert oder neu geschaffen, so z. B. das Chinderhus Maihof und das Eichhörnli als einzige von der Stadt betriebene Kinderkrippe. Ein neues Reglement für den Betrieb von Kinderkrippen hat überholte Verordnungen angepasst und verbessert. So wurde eine neue, sozialverträgliche Tarifordnung geschaffen. Die Stadt hat die Kinderkrippen modernisiert. Aber eine eigentliche Planung fehlt noch.

Die Anstossfinanzierung durch den Bund und die Vorwärtsstrategie von Parlament und Sozialdirektion haben dazu geführt, dass Luzern heute über einige zusätzliche Krippenplätze verfügt. Kinderbetreuungsplätze im Vorschulbereich sind heute aber schlecht auf die ganze Stadt verteilt. Die meisten Kinderkrippen befinden sich auf den Achsen Horwerstrasse, Tribschenstrasse und Rootsee. Unterversorgt sind die Quartiere Würzenbach, Matthof/Schönbühl und Baselstrasse. Das führt dazu, dass viele Väter und Mütter gezwungen sind, mit ihren Vorschulkindern vor und nach ihrer Arbeit einen langen Weg zu machen. Eltern erleben mit ihren Kleinkindern gestresste Stunden vor und nach ihrem Gang zur Arbeit.

Für Kleinkinder ist die Krippenbetreuung ausserhalb ihres Wohnquartiers keine optimale Lösung. Für erwerbstätige Eltern und ihre Kinder sind Quartierkinderkrippen das beste Angebot. In einer Quartierkinderkrippe erleben die Kinder ‐ durch die örtliche Nähe zur Familienwohnung ‐ die zeitweise Fremdbetreuung als überschaubar und vertraut. Wir bitten den Stadtrat, dass er ‐ als familienergänzende Massnahme ‐ die Standorte der Krippen evaluiert, eine Bedarfsplanung im Kinderkrippenwesen macht und zukünftige Entwicklungen in einem Bericht aufzeigt.

Wir verlangen vom Stadtrat einen Entwicklungsbericht, der den Bedarf an Kinderkrippen und Tagesfamilien für Kinder im Vorschulalter aufzeigt. Dieser soll Angaben machen über die Planung eines quartierbezogenen Ausbaus von familienergänzender Kinderbetreuung.

Ausserdem soll er Aussagen enthalten zur Qualitätsentwicklung im städtischen Kinderkrippenwesen; insbesondere in Bezug auf den Umgang mit Vorschulkindern im Übertrittsalter zwischen Kindergarten (später Basisstufe) und Einschulung.