Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2003

GB-Postulat: Die Stadt beteiligt sich an den kantonalen Pilotprojekten zur "Basisstufe"

Archiv: 15. September 2003

Postulat von Christa Stocker Odermatt namens der GB-Fraktion

Das Amt für Volksschulbildung wird voraussichtlich auf das Schuljahr 2005/2006, wenn das Time-out für Reformen abgelaufen ist, mit ersten Pilotprojekten zur Basisstufe starten. In naher Zukunft wird der Grosse Rat den Planungsbericht zu den Volksschulen diskutieren. Die Basisstufe wird Bestandteil des Planungsberichtes sein. Interessierte Gemeinden können sich zu einem späteren Zeitpunkt für die Teilnahme am Basisschulprojekt beim Amt für Volksschulbildung melden.

Als Stadt mit Zentrumsfunktion muss Luzern aus unserer Sicht unbedingt beim Projekt mitmachen. Gute, innovative Schulen erhöhen die Attraktivität der Stadt Luzern für Familien. Mit Schule+Betreuung und dem Tagesschulpilot werden auf das Schuljahr 2004/2005 zukunftsweisende Schritte lanciert.

Die laufenden Auswertungen der Pisa-Studie zeigen auf, dass es für eine erfolgreiche Schulkarriere auf den sozialen Hintergrund, aber auch auf den Schulstart ankommt. Mit der Basisstufe wird ein Modell lanciert, das die Frage des Übergangs vom Kindergarten zur Schule sehr individuell und sensibel gestaltet. Erfahrungen aus anderen Ländern, aber auch aus dem EDK-Bereich Ost (Aargau, Zürich, St. Gallen) zeigen auf, dass mit einer gut geführten Basisstufe ein erfolgreicher Schulstart mit einer verbesserten Chancengleichheit ermöglicht wird. Folgende Aspekte sprechen für eine Basisstufe:

Pädagogische Aspekte
  • Durchmischung der Altersgruppen, die Kinder lernen voneinander und übernehmen Verantwortung füreinander ‐ das soziale Lernen wird zu einem frühen Zeitpunkt eingeführt und erlernt.
  • Langsamer und individuell begleiteter Übergang von der magischen Kinderwelt in die Welt der Kulturtechniken.
  • Bessere Integration von Kindern mit Lernschwierigkeiten, Hochbegabungen, Entwicklungsverzögerungen und fremdsprachigen Kindern, da sie während 3 Jahren durch die gleichen Bezugspersonen individuell bei ihren Bedürfnissen abgeholt und gefördert werden.
  • Auf Kleinklassen im Einschulungsbereich kann verzichtet werden. Eine frühzeitige Stigmatisierung wird aufgeweicht.

Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen
  • Teamteaching (1,5 Stellen pro Klasse) ermöglicht den Lehrpersonen einen stetigen Austausch und somit eine persönliche Weiterentwicklung.
  • Der Beruf der Kindergartenlehrperson wird aufgewertet und durch die Basisstufenlehrperson ersetzt. An der pädagogischen Hochschule Luzern wird im Herbst mit dem ersten Ausbildungslehrgang gestartet.
Wir bitten den Stadtrat, sich für die Mitwirkung bei den kantonalen Pilotprojekten einzusetzen.