Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2003

Fragen zur Informatik an der Volksschule

Archiv: 19. April 2003

Interpellation von Christa Stocker, namens der GB-Fraktion

Im Entwicklungskonzept für die Volksschule wird unter Punkt 7.2 darauf hingewiesen, dass eventuell ein Konzept für die IT-Infrastruktur an den Primarschulen erstellt wird, sobald die entsprechenden Vorgaben (definitive neue Wochenstundentafel für die Primarschule, Anforderungen an die Informatikmittel für die Primar- und die Oberstufe) vorliegen.

Die Primarschulen der Stadt Luzern sollen mit 300 älteren Computergeräten aus der Stadtverwaltung versorgt werden. Die alten Geräte aus der Stadtverwaltung könnten bald einmal überfordert sein. Gute Lernsoftware funktioniert leider nur auf leistungsfähigen Computern. Die Ausrüstung der Städtischen Schulen mit Computern ist eine Aufgabe, die gut durchdacht
und konzeptionell verankert an die Hand genommen werden muss. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld ein umfassendes Konzept zu erarbeiten, das pädagogische Aspekte beinhaltet, zum Einsatz von Lernsoftware konkrete Aussagen macht und die entsprechende Hardware beinhaltet.

In der Volksschule sollen nicht nur Office-Programme eingesetzt werden. Es gibt gute Lernsoftware, die sich auch für Kinder mit Teilleistungsschwächen (z. B. Leseschwächen etc.) eignet. Der Markt für Lernsoftware ist allerdings gross und unübersichtlich. Lernsoftware muss sorgfältig und unter Einbezug von Lehrpersonen ausgewählt werden. Beim Einsatz von Software stellt sich immer wieder die Frage der Lizenzen. Schullizenzen sind einiges günstiger als Einzellizenzen. Die Schule benötigt ein einheitliches Software-Konzept, weil sonst davon ausgegangen werden muss, dass sich jede Lehrperson individuell eindeckt. Dies kostet deutlich mehr und macht daher auf lange Sicht wenig Sinn. Da die individuellen Klassenbudgets begrenzt sind, besteht ausserdem die Gefahr, dass in den Städtischen Schulhäusern mit Raubkopien gearbeitet wird. Dies kann zu rechtlichen Problemen führen.

Die Ausbildung der Lehrkräfte auf der Sekundarstufe I ist geplant. Auch die Lehrkräfte der Primarschule benötigen ein Basiswissen (Programme und Anwendung kennen, Ausführung einfacher Installationsarbeiten, Virenschutz etc.), um die Informatik-Supporter in den Schulhäusern zu entlasten.

Fragen:
  1. Wird die Stadt Luzern ein Ausbildungsprofil für die Lehrpersonen der Primarstufe erstellen (z. B. Kurs in Windows, Word, Internet, einfache Installationskompetenzen, Virenschutz, Umgang mit Lernsoftware etc.)?
  2. Ist vorgesehen ein ganzheitliches Software-Konzept (Deutsch, Mathe, Fremdsprachen, Mensch und Umwelt etc.) für die Volksschule zu erarbeiten?
  3. Wer würde die Software auswählen und die Lehrpersonen im Umgang schulen?
  4. Hardware und Software müssen kompatibel sein: Wer nimmt diese Schnittfunktion wahr?
  5. Wie will die Stadt die Ausbildung der Lehrpersonen sicherstellen? Werden externe oder interne Kurse favorisiert?
  6. Wie wird die Zusammenarbeit mit den Informatik-Verantwortlichen in den Schulhäusern der Primarschule organisiert?