Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2003

Zur Situation Erwerbsloser in der Stadt Luzern

Archiv: 14. März 2003

Interpellation von Agahte Fausch, namens der GB-Fraktion

Die Abstimmung Ende November 2002 hat die Rahmenbedingungen für die Erwerbslosen in der Schweiz verschlechtert. Erwerbslose werden in den RAVs zwar weiterhin kompetent und individuell begleitet und beraten. Für schwieriger vermittelbare Arbeitslose wird die Situation allerdings eng. Spätestens nach 400 Stempeltagen - bisher 520 Tagen - müssen sie erneut in den Arbeitsprozess integriert sein, sonst werden sie als Ausgesteuerte an die Sozialämter der Gemeinden weitergewiesen. Besonders für ältere Stellenlose oder für Berufsleute in aussterbenden Berufsbranchen ist die Stellensuche häufig ein Spiessrutenlauf mit zahlreichen nicht beantworteten Bewerbungen oder Absagen. Sind die ersten Monate erfolglos geblieben, bedeutet das für die Betroffenen eine grosse Belastung, auch wenn die Begleitung im RAV dem entgegensteuert. Die gegenwärtige Rezessionswelle in den kaufmännischen Berufen und im Bankfach verschlechtert die Chance für viele Erwerbslose zusätzlich. Die Arbeitslosenhilfe wurde bereits in den 90er-Jahren abgeschafft. Für viele ausgesteuerte Stellenlose bedeutet der Gang auf das Sozialamt die einzig mögliche Hilfe.

In diesem Zusammenhang stellen wir dem Stadtrat einige Fragen:

  • Was kann aktuell zur Situation ausgesteuerter Stellensuchender in der Stadt Luzern gesagt werden?
  • Wie hoch ist die Anzahl der Antragsteilenden für Sozialhilfe aus dieser aktuellen Problemlage heraus?
  • Wie hoch ist der Anteil Erwerbsloser im Jugendalter?
  • Wie hoch ist der Anteil an Bevorschussungen auf ALV, aufgrund verzögerter oder komplizierter Abklärungen für die Auszahlung von Taggeldern?
  • Ist das RAV in der Lage, die steigende Zahl von Antragsteilenden für Taggelder zügig zu behandeln?
  • Gibt es Erhebungen über ausgesteuerte Stellenlose, die sich nicht beim Sozialamt melden? (z. B. via Abschlussdossiers beim RAV)
  • Plant der Stadtrat Massnahmen, falls sich die Anzahl Sozialhilfeempfängerinnen durch diese neue Situation erhöht?
  • Werden für ausgesteuerte Stellenlose spezielle Beschäftigungsprojekte geplant?
  • Wenn ja, in welcher Art?
  • Sind für die, von der aktuellen Arbeitslosigkeit besonders betroffenen, Jugendlichen angepasste Projekte geplant?
  • Wenn ja, welche?