Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2002

Postulat Dammdurchbruch im Untergrundquartier

Archiv: 11. September 2002

Die Stadt weiss um die Anliegen des Untergrundquartiers und hat zusammen mit der Fachhochschule Zentralschweiz ein Projekt lanciert, das unter dem Namen Babel läuft. Ziel dieses Projektes ist es, die Wohn- und Lebensqualität vor Ort massgeblich zu verbessern. Denn der Stadt darf es nicht gleich sein, wenn ein Quartier und damit dessen Bevölkerung zunehmend an Lebensqualität verliert.

eingereicht am 11. Sept. 2002, von Christa Stocker-Odermatt, GB-Grossstadträtin, Luzern, namens der GB-Fraktion

Der Ausbau der verschiedenen Verkehrssysteme hat die Lebensqualität im Untergrundquartier massiv beeinträchtigt. Das Quartier ist zerschnitten durch den Eisenbahndamm und die stark befahrene Baselstrasse. Die bessere Integration aller Bevölkerungsschichten entspricht einem Hauptziel des Stadtrates. Mit der Anstellung einer Integrationsbeauftragten und mit der Verabschiedung des Berichts und Antrags "Integration" hat die Stadt zum Ausdruck gebracht, dass das Thema zuoberst auf der politischen Traktandenliste steht.

Es gibt menschliche Integrationshilfen zu leisten, aber auch räumliche. Im Zusammenhang mit dem Projekt Babel müssen aus unserer Sicht Dammdurchbrüche (z. B. Lädeliplatz‐Dammstrasse) ernsthaft geprüft werden. Das Anliegen ist nicht neu. Schon vor hundert Jahren reichte Josef Liniger ein Postulat im Grossen Stadtrat ein, mit dem Vorschlag, einen Dammdurchbruch zu bauen, um die Trennung des Quartiers durch den Bahndamm zu entschärfen. Ein altes Anliegen soll nun wieder auf den Tisch kommen, denn mit dem Projekt Babel wird eine Chance gepackt. Endlich sollen auch die städtebaulichen Aspekte beachtet und angemessen bewertet werden.

Wir bitten den Stadtrat, verschiedene Dammdurchbrüche ernsthaft zu prüfen und dem Grossen Stadtrat Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Projekt umgesetzt werden kann. Unter dem Damm könnten neu auch Räume für Ateliers und Werkstätten erstellt werden. An vielen Orten der Stadt wurde Raum für Kleingewerbe aufgehoben, hier könnte neuer, attraktiver Raum entstehen.

Die S-Bahn Luzern ist in Planung. Eine der ersten Strecken mit zusätzlichen Haltestellen wird die Verbindung von Emmenbrücke in die Stadt sein. Die Haltestelle Untergrund wird ein grosses Quartier für die S-Bahn erschliessen. Diese S-Bahn-Haltestelle muss schnell geplant und gebaut werden. Das Quartier wird mit dieser zusätzlichen öV-Verbindung attraktiv für PendlerInnen, weil zum vbl-Bus, der im Verkehr stecken bleibt, eine effiziente Alternative geschaffen wird.

Damit ein Quartier lebt, müssen die Erschliessungswege attraktiv und ungefährlich sein. Durch gute, direkte Verbindungen, die den Publikumsströmen entsprechen, werden die Wege im Quartier erleichtert, Kontakte vereinfacht und den Kindern sichere Schulwege ermöglicht.