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Zwei Fremdsprachen auf der Primarschulstufe

23. Januar 2017, von Sekretariat Grüne Luzern

Ende Januar wird die Volksinitiative „eine Fremdsprache auf der Primarstufe“ debattiert. Diese fordert das Gesetz über die Volksschulbildung des Kantons Luzern so abzuändern und auszugestalten, dass auf der Primarstufe für den Fremdsprachenunterricht im ganzen Kanton Luzern folgende Regel gilt: „Auf der Primarstufe wird eine Fremdsprache unterrichtet.“ Es wird nicht festgelegt ob Französisch oder Englisch. Die Kantonsratsfraktion der Grünen ist grossmehrheitlich gegen die Initiative.
Bildungsharmonisierung
Die zwei Fremdsprachen auf der Primarschulstufe wurden erstmals 2004 von der EDK lanciert und 2014 bestätigt. Im 2006 hat dann das Schweizervolk (auch die Luzerner StimmbürgerInnen) in der Verfassung den Artikel zur Bildungsharmonisierung klar angenommen. Daraus wurden die Reformprojekte Harmos und Lehrplan 21 abgeleitet, welche wiederum die zwei Fremdsprachen auf der Primarschulstufe aufnehmen.
Dass auf der Primarschulstufe zwei Fremdsprachen unterrichtet werden, ist also der Normalfall. Zwar sind verschiedene Initiativen in Deutschschweizer Kantonen dagegen hängig. Doch die, welche bereits zur Abstimmung kamen, wurden abgelehnt. Eine Einspracheninsel wollen wir nicht sind. Das ist wirtschaftlich, kulturell und auch fürs Bildungsniveau unserer Kinder negativ.
Was passiert, wenn wir nun in der Primarschule nur noch Französisch unterrichten würden. Dies führt sicher dazu, dass Schulen boomen, welche Englischsprachkurse für Kinder anbieten. Doch davon profitieren werden wenige Kinder von gut situierten Eltern, die sich das leisten können.
Zugestimmt haben wir einem Vorstoss, dass für schwächere SchülerInnen die Lernziele für Sprachen auch in der Primarschule korrigiert werden können. Doch es wird für diese nicht einfacher, wenn sie erst in der Oberstufe, mit nochmals mehr Druck zwei Fremdsprachen lernen müssen, um für eine Ausbildung bereit zu sein.
Mehrsprachigkeit als Chance
Die Schweiz hat eine grosse Chance. Sie ist mehrsprachig. Nutzen wir doch das. Ein Austausch zwischen den Sprachregionen ist so einfach wie kaum in einem anderen Land. Es ist aber nicht nur eine Chance, sondern auch eine Verpflichtung. Durch das Erlernen einer anderen Landessprache tragen wir zum Zusammenhalt unseres Landes bei. Erlernen heisst ja nicht nur eine bessere Verständigung auf Italienisch oder Französisch sondern auch gegenseitiges Besuchen bis hin zu mehrmonatigen Aufenthalten in Partnerschulen, Praktikum, Lehre oder Studium. Dies muss in Zukunft noch stärker gefördert werden. Reines Vokabeltraining finden auch wir nicht zukunftsweisend.
Das Fazit: Heute ist Mehrsprachigkeit in unserer Gesellschaft normal. Englisch ist nicht mehr wegzudenken und Französisch muss man im Minimum verstehen. Darauf können wir unsere Kinder bereits in der Primarschule vorbereiten. Eintauchen in eine Welt mit verschiedenen Sprachen ermöglicht ihnen ein stressfreies herantasten an Sprachen und wird die Freude daran vermitteln.

Eine Reaktion zu “Zwei Fremdsprachen auf der Primarschulstufe”

  1. Philipp Federer

    Hauptinitiand ist der Luzerner Lehrerverband.
    Der Verband ist nicht gegen zwei Fremdsprachen, sondern für das Modell 3:7 statt 3:5!

    Schade, wenn die pädagogischen und methodischen Argumente für dieses Modell unterschlagen werden.
    Übrigens der nationale Lehrerverband vertritt nicht die Lehrpersonen. Interessanter Artikel dazu in der letzten Sonntagszeitung auf Seite 1-3.

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