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Fallpauschalen – Fehlentwicklung im Gesundheitswesen

12. März 2010, von Philipp Federer

Fallpauschalen reduzieren die Kranken auf pauschale Kosten und als “Fälle”. Der Name sagt es schon. Zukünftig soll nicht mehr auf die Bedürfnisse der Kranken geachtet werden, sondern die Kranken haben sich dem Fall und den Pauschalen mit den begrenzten Maximalleistungen unterzuordnen. Der ehemalige Schweizerische Präsident der Sanitätsdirektoren, CVP-Regierungsrat Dürr aus Luzern, hat dies aufgegleist. Nun macht die Schweiz die gleichen Fehler wie die USA und Deutschland. Gespart wird erst noch nicht, obwohl dies eine Sparmassnahme sein soll. Der WoZ-Artikel schildert die Situation gut. Der Spitalrat, der eigentliche Verwaltungsrat des Spitals, verfolgt genau diese Strategie. Von  den Sozialgrünen erwarte ich, dass sie sich klar dagegen stellen.







» Artikel in der WOZ online lesen oder hören…


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2 Reaktionen zu “Fallpauschalen – Fehlentwicklung im Gesundheitswesen”

  1. lorenzo

    ob mit den fallpauschalen die gesundheitskosten in den griff zu bekommen sind, wage ich (zugegeben ohne allzu tiefe sachkenntnisse) auch zu bezweifeln. eine ökonomisierung des klinischen alltags ist als gefahr nicht von der hand zu weisen. allerdings ist die einführung der fallpauschalen meines wissens weder von der gdk noch vom spitalrat beschlossen worden, sondern vom eidgenössischen parlament.

  2. Waedi Wyss Zug

    Ich finde es SEHR gut, dass Herr Philipp FEDERER auf die verheerende Problematik der “Fallpauschalen” aufmerksam macht.

    Ja, die Fallpauschalen wurden/werden auf eidgenössischer Ebene einführt, Herr LORENZO. Ausbaden müssen die negativen Folgen dann aber nicht Bundesbern (ParlamentarierInnen, Bundesamt für Gesundheit BAG und Bundesrat), sondern die betroffenen Aerzte und Patienten in den Spitälern.

    Angesichts der explodierenden Gesundheitskosten war es “logisch”, dass die Gesundheitsökonomen und Politiker in europäischen Ländern als neues “Spar-Heilmittel” vor Jahren auf das Modell der Fallpauschalen kamen. Das ist menschlich verständlich und verzeihbar, zumal das Modell in der Theorie ja überzeugend wirkte.

    In der Schweiz mit ihrem trägen Politsystem dauerte die Beschlussfassung zur Einführung von Fallpauschalen selbstverständlich viel länger als in Nachbarländern wie Deutschland.

    => Dieser zeitlich Rückstand ist jetzt aber auch ein gewaltiger VORTEIL: In Deutschland zeigen sich die gewaltigen medizinischen und menschlichen Nachteile von Fallpauschalen bereits, bevor sie in der Schweiz überhaupt eingeführt werden. Die Schweizer Politik könnte also noch von den negativen Erfahrungen lernen und ein ähnliches Schlamassel verhindern. Dazu braucht es aber Druck von Aerzte- und Patientenseite! Denn Schweizer Krankenkassen und Spitäler kümmern die negativen Auswirkungen in Deutschland nicht: Sie gewichten ihre eigenen finanziellen Vorteile durch die Fallpauschalen höher.

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