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Warum Open Source ein politisches Thema ist

20. März 2009, von Roman Brusa

Kürzlich hat Heidi Rebsamen namens der Grünen Fraktion im Kantonsrat einen Vorstoss eingereicht, in dem sie sich zum Wissenstand zum Thema Open Source und Freie Software in der Kantonalen Verwaltung erkundigt. Das geht in die richtige Richtung: Es ist nicht einzusehen, warum staatliche Einrichtungen (Bund, Kantone, Städte…) in Form von millionenteuren Software-Lizenzen Software-Monopole unterstützen und teuer Know-How einkaufen, welches durch den Einsatz von Open Source-Software zugunsten einheimischer Arbeits- und Ausbildungsplätze ebenso gut lokal entwickelt werden könnte.

Eine informative Dokumentation zu diesem Themenkreis wurde dieser Tage von 3sat ausgestrahlt:

Linux – Die Reise des Pinguins
Kein Tag vergeht, an dem man im Internet keine neue Meldung von Behörden, Institutionen lesen kann, die sich für das Betriebs-System Linux entscheiden. Angesichts von leeren Kassen und Online-Überwachung, ist die Transparenz und Offenheit dieses Betriebs-Systems mehr als Willkommen. Wir versuchen mit dieser Dokumentation das Betriebs-System Linux vorzustellen, seine Macher, seine Nutzer und seine aussergewöhnliche Community…
Film ansehen: http://www.3sat.de/mediathek/?obj=11913

Die informative Dokumentation zeigt anhand von ausgewählten Einsatzbeispielen (z.B. Stadt München, BBC, etc.) und allgemein verständlich, warum der Open Source-Gedanke nicht nur Software betrifft, sondern ein gesellschaftliches Thema ist und aufs politische Parkett gehört. Der Film widerlegt anschaulich das Vorurteil, dass nur gut ist, was Geld kostet. Vielmehr “ermögliche freie Software und die damit einhergehende Transparenz faszinierende Projekte, die unser Zeitalter nachhaltig verändern werde”.

Wer sich für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und moderne Alternativen zu Konsum- und anderem Terror, Turbokapitalismus und Neoliberalismus interessiert, ist mit dem 30-minütigen Film gut bedient. Er kann in der 3sat-Mediathek kostenlos abgerufen werden.

Viel Vergnügen!

Links:
Vorstoss “Open Source Software in der kantonalen Verwaltung”
“Linux – die Reise des Pinguins” bei 3sat
“Open Source” bei Wikipedia
“Freie Software” bei Wikipedia

2 Reaktionen zu “Warum Open Source ein politisches Thema ist”

  1. Büro Waedi Wyss Zug

    Lieber Roman

    Gratulation und besten Dank zu Deinem ausgezeichneten Beitrag. “Endlich erklärt jemand das Thema so, dass es nicht nur IT-Spezialisten, sondern auch wir gewöhnlichen PC-Benutzer es verstehen”: Dieses lobende Feedback erhielt ich von etlichen Zuger Institutionen, Lehrerinnen und Lehrern sowie PolitikerInnen (aus unterschiedlichen Parteien), denen ich Deinen Betrag zustellte.
    Ich hoffe, dass der sehr gute Vorstoss von Kantonsrätin
    Heidi Rebsamen bei kompetenten Verwaltungs- und aufgeschlossenen Gewerbe-Vertretern in Luzern auf vorurteilslose Prüfung stösst – und sie das gewaltige volkswirtschaftliche Potential sehen, dass in einer innovativen Open Source-Branche der Schweiz steckt!
    Dass idealistische Einzelpersonen und tüchtige Kleinfirmen aus der Schweiz durchaus in der Lage sind, nützlichere Angebote zu entwickeln als Software-Mega-Konzerne, zeigte meines Erachtens zuletzt DOODLE.

    Danke für den Know how-Transfer von Luzern nach Zug und freundliche Grüsse.

    Wädi Wyss
    Inhaber Büro Walter Wyss – Soziales, Umwelt, Kultur – Zug

  2. Büro Waedi Wyss Zug

    Open Source oder US-Kommerz?

    Für 44 LUZERNER Gemeinden wird in den nächsten Monaten die Gemeinde-Informatik neu ausgeschrieben. Jetzt folgt also die Nagelprobe für OPEN SOURCE-Lösungen:

    - Werden Ihre gewaltigen volkswirtschaftlichen und technischen Vorteile bei dieser Ausschreibung wirklich berücksichtigt?
    - Oder machen wieder die gut gesalbten Lobbysten das Rennen, die für hohe Lizenzabgaben an ausländische IT-Konzerne weibeln?

    “OEFFENTLICHE AUSSCHREIBUNG für 290 Gemeinden/Städte

    Der Verein Schweizerische Städte- und Gemeinde-Informatik (SSGI; http://www.ssgi.ch) führt für seine rund 290 Mitglieder (Städte und Gemeinden) in den nächsten Wochen und Monaten
    eine umfassende öffentliche Ausschreibung für eine neue, flexible und offene Gemeinde-Informatiklösung der Zukunft durch. Es handelt sich um die grösste Ausschreibung im
    Kommunalbereich, die je für Informatik-Vorhaben durchgeführt wurde.

    An der SSGIAusschreibung beteiligen sich folgende Regionalorganisationen:
    • IGGI Interessengemeinschaft Gemeinde-Informatik (Kanton Luzern) – Informatikdienstleistungsbetrieb für 44 Gemeinden des Kantons Luzern
    • Publis Public Info Service AG – Zusammenschluss von 68 Aargauer Einwohnergemeinden
    • KSD Schaffhausen – Informatikdienstleistungsbetrieb der Stadt und Kantonsverwaltung Schaffhausen (mit zusätzlich 26 Einwohnergemeinden)
    • ILZ OW/NW – Informatik-Leistungszentrum der Kantone Ob- und Nidwalden (18 Einwohnergemeinden und 2 Kantonsverwaltungen)
    • IG Gemeinde-Informatik Bern – Zusammenschluss von 90 Einwohnergemeinden aus dem Berner Mittelland
    • AR-NET Informatik AG Herisau – Informatikdienstleistungsbetrieb der
    Kantonsverwaltung Appenzell-Ausserrhoden (mit zusätzlich 17
    Einwohnergemeinden)

    Die Kantone OW, NW und AR nehmen insbesondere für die Beschaffung eines neuen Finanz- und Rechnungswesens ebenfalls an der Ausschreibung teil.”
    (…)

    Den vollständigen Text können Sie lesen bei:

    Aktuelle Ausgabe KOMMUNAL-MAGAZIN, Nr. 11 / 2009, Seite 45
    oder
    http://www.ssgi.ch

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