Ja zum HarmoS Konkordat – für unsere Kinder!
18. September 2008, von Katharina HubacherLeserbrief, Neue Luzerner Zeitung, 17. Sept. 2008
Weinende Kinder auf den Plakaten der HarmoS-Gegner schüren schlechtes Gewissen. Eltern werden als Rabeneltern dargestellt, weil sie ihre Kinder mit vier Jahren schon in den Kindergarten schicken oder weil sie ihre Kinder im Hort betreuen lassen. Man gaukelt uns ein veraltetes «heiles» Familienbild vor, das in vielen Köpfen noch als Ideal umherschwirrt, aber der heutigen Realität nicht mehr entspricht. Viele Familien sind heute wirtschaftlich auf zwei Einkommen angewiesen. Oft ist auch nur ein Elternteil anwesend.
Wenn unsere Wirtschaft so weit wäre, dass die Eltern Erwerbs- und Familienarbeit tatsächlich gleichwertig teilen könnten, wenn die Väter mindestens zwei bis drei Tage pro Woche zu Hause die Betreuungsaufgabe übernehmen könnten, wenn die berufliche Karriere noch immer jahrelang in einem Betrieb an einem Arbeitsort aufgebaut werden könnte, wenn alle Einkommen so hoch wären, dass eines für eine Familie mit drei Kindern reichen würde, wenn in unseren Städten und Dörfern jedes Wohnhaus eine Grünfläche mit Spielmöglichkeiten hätte, ja dann bräuchte es vielleicht keinen so frühen Kindergarteneintritt, denn alle Kinder würden zu Hause betreut, sie hätten auch ihre Spielkameraden in der Nähe.
Diese Zeiten sind vorbei, und für viele gab es sie auch früher nicht. Das ist heute unsere Realität: viele Kinder wachsen weit gehend alleine auf, weil viele Eltern getrennt leben; Viele Einkommen reichen auch bei bescheidenen Ansprüchen nicht, um eine Familie zu finanzieren. Arbeitsplätze werden laufend ab- und umgebaut, von den Arbeitnehmenden ist Flexibilität gefragt, auch beim Wohnort. Viele Wohnungen liegen an Durchgangsstrassen: Lärm und Luftverschmutzung und keine grüne Spielwiese – das ist der Alltag vieler Kinder.
Darum brauchen unsere Kinder frühe ausserfamiliäre Betreuungs- und Fördermöglichkeiten. Und ältere Kinder haben das Recht, bei Wohnortwechseln ihrer Eltern gleiche Rahmenbedingungen in der neuen Schule vorzufinden. Unsere Kinder brauchen jetzt endlich ein gesamtschweizerisch harmonisiertes Schulsystem, das ihnen gerecht wird und Chancengleichheit bietet in der heutigen schweizerischen Realität. Darum stimmen Sie Ja zum HarmoS Konkordat – für unsere Kinder!
Verwandte Beiträge:
- Hohe Hürden im Kanton Luzern
(Michael Töngi am 17. September 2008) - Friedliches Zusammenleben und Demokratie müssen alle lernen
(Edith Lanfranconi am 26. Mai 2008) - Das neue Wehr zerstört viel und bringt nichts
(Philipp Federer am 27. April 2008) - Die Reusswehrvorlage und die Ingenieure
(Philipp Federer am 10. April 2008) - RundBrief mit Schwerpunkt «Gemeindewahlen»
(Blogadmin am 17. März 2008)



Am 18. September 2008 um 20:55 Uhr
Als Hausfrau, die seit einem Jahr wieder im Berufsleben steht, muß ich sagen, dass die Kinder keine Nachteile erfahren haben.
Im Gegenteil, ich finde dass das ihre Selbstständigkeit fördert.