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Die Reusswehrvorlage und die Ingenieure

10. April 2008, von Philipp Federer

Ingenieur A vergleicht den Vierwaldstättersee mit einer vollen Wanne von 100 Litern. Er nimmt 5 Liter aus der Wanne, weil er den Seepegel senken möchte. Zusätzlich nimmt er nochmals 5 Liter für ein früheres Öffnen. Danach ergiessen sich 15 Liter in die Wanne. Wie viele Liter überlaufen?

Sie haben richtig gerechnet, 5 Liter.

Jetzt kommt Ingenieur B mit der gleichen vollen Wanne. Er findet eine Seepegelsenkung und ein früheres Öffnen unnötig. Danach ergiessen sich 15 Liter in die Wanne. Wie viele Liter laufen über?

Ingenieur B behauptet gleichviel, 5 Liter.

Die Geschichte wäre zum Schmunzeln. Doch die zwei Ingenieure reden zum Hochwasser 05. In der Neuen LZ vom 27.8.05 ist sie nachzulesen unter den zwei Titeln „Nur neues Wehr schluckt Flut“ und „Wurde das Wehr nicht zu spät geöffnet?“

Dabei ist Ingenieur A Hansueli Girsberger und Ingenieur B Stadtingenieur Peder Largiadèr. Von ihm stammt das Zitat: „Selbst wenn wir das Wehr am Freitag geöffnet hätten, wäre der See im gleichen Masse über die Ufer getreten. Vielleicht mit einer geringen zeitlichen Verzögerung.“ Die Senkung des Seespiegels um maximal 20 Zentimeter hätte bewirkt, dass das Seewasser weniger rasch durch die Reuss abgeflossen wäre. Je weniger Wasser in einer Wanne ist, umso schneller füllt sie sich mit neuem Wasser.“

Wir sagen – Fehlerverarbeitung unter Ingenieuren!

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