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Postulat über die Erstellung von Hitzemassnahmeplänen

3. Dezember 2018

Christina Reusser und Mitunterzeichnende fordern mit einem Postulat Massnahmenpläne zu Hitzewellen, die Extremereignisse darstellen, aber auch Präventionsaktivitäten umsetzen, die generell für Sommertage gelten.

Der Regierungsrat soll Massnahmenpläne erstellen zu Hitzewellen, die Extremereignisse darstellen, aber auch Präventionsaktivitäten (Informationskampagnen, Frühwarnsystem, Kontakte zu besonders verletzlichen Betagten usw.) umsetzen, die generell für Sommertage (Temperaturen über 25 °C) gelten.

Begründung:
Das hitzebedingte Sterberisiko nimmt ab Tageshöchsttemperaturen von 30 °C mit jedem zusätzlichen Grad stark zu. Am grössten ist das Sterberisiko am Hitzetag selbst. Aber auch noch an den folgenden Tagen bleibt ein signifikantes Todesfallrisiko bestehen, sodass sich bei einer mehrtägigen Hitzewelle die Auswirkungen kumulieren. Vor allem bei Frauen bleibt das Sterberisiko bis drei Tage nach einem Hitzetag signifikant erhöht, bei Männern ist das Todesfallrisiko am eigentlichen Hitzetag am grössten. Am meisten betroffen sind Personen über 74 Jahre. Der Zusammenhang mit der Sterblichkeit ist für verschiedene Temperaturindikatoren (Tagesmaximum-, Tagesdurchschnitts-, gefühlte Tagesmaximumtemperatur) ähnlich. Einzig bei nächtlichen Temperaturen über 20 °C ist der Einfluss auf die Sterblichkeit stärker. Generell sind die Auswirkungen von hohen Temperaturen zu Beginn der warmen Jahreszeit (Mai bis Juli) grösser als im Spätsommer (August bis September). Die französisch- und italienischsprachigen Kantone sind sehr aktiv in der Prävention von hitzebedingten Beeinträchtigungen der Gesundheit. Hitzemassnahmenpläne mit Frühwarnsystemen umgesetzt haben die Kantone Wallis, Neuenburg, Genf, Waadt, Tessin und Freiburg. In Städten mit Hitzefrühwarnsystemen hat die hitzebedingte Sterblichkeit im Zeitraum 2004-2013 im Vergleich zur Periode 1995-2002 abgenommen. In Städten ohne solche Massnahmen wurde keine Abnahme beobachtet.

Es gibt grosse kantonale Unterschiede in der Prävention der hitzebedingten Mortalität und Morbidität. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hitzemassnahmenpläne wie zum Beispiel im Kanton Waadt die hitzebedingte Mortalität reduzieren.