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Interpellation: Fallschutz bei Spielplätzen

22. November 2018

Christian Hochstrasser namens der G/JG-Fraktion bittet den Stadtrat in einer Interpellation um die Beantwortung einiger Fragen zu synthetischen Fallschutzmatten, die auf städtischen Spielplätzen eingesetzt werden.

Erfreulicherweise wurde in den letzten Jahren wieder vermehrt in Spielgeräte und Spielplätze in der Stadt Luzern investiert, nachdem während einigen Jahren aus Spargründen defekte Spielgeräte gar nicht mehr ersetzt wurden. In den letzten Jahren und Monaten werden bei städtischen Spielplatzprojekten (Neu- und Umbau) vermehrt synthetische Fallschutzmatten aus Gummimaterial statt wie zuvor Holzschnitzel, Sand oder Kies eingesetzt.

Diese Matten werden im Sommer sehr heiss, die Luft stickig, Spielplätze können von den Kindern nur noch beschränkt benutzt werden. Aufgrund von Prognosen werden Hitzetage im Sommer weiter zunehmen. Die Matten sind zudem praktisch wasserundurchlässig, Wasser kann im Vergleich zu anderen Materialien kaum mehr im Boden versickern, zudem stellen sich weitere ökologische und ökonomische Fragen in diesem Zusammenhang.

Wir bitten den Stadtrat folgende Fragen zu beantworten:
  1. Ist der vermehrte Einsatz von synthetischen Fallschutzmatten aus sicherheitstechnischen Überlegungen zwingend oder gibt es spezielle Normen, welche den vermehrten Einsatz dieses Materials erfordert?
  2. Die Stadt bekräftigt regelmässig ihren Einsatz für Klimaadaptionsmassnahmen, im Sinne der Vermeidung von hitzefördernden Räumen. Wie steht dies im Zusammenhang mit dem Einsatz der sehr stark aufheizenden synthetischen Gummimatten auf den Spielplätzen?
  3. Der Einsatz von natürlichen Materialen wie Holzschnitzel aus einheimischen Wäldern oder Kies scheint aus ökologischer Option bzgl. Bodenversiegelung, Bodenverschmutzung durch Abrieb bei verwitterten spröden Matten sowie Entsorgung vorteilhafter. Bestehen Ökobilanzen zum Einsatz der verschiedenen Fallschutzmaterialien?
  4. In anderen Gemeinden (z. B. Olten, Bremgarten AG) werden bei neuen Spielplatzbauten weiterhin auch bei recht hohen potenziellen Fallhöhen Kiesbeete eingesetzt. Gelten andere Vorschriften?
  5. Gibt es aus finanzieller Optik (Beschaffung, Montage, Unterhalt, Entsorgung) Vor- und Nachteile der verschiedenen Fallschutzmaterialien?
  6. Kann sich der Stadtrat vorstellen, bei zukünftigen Spielplatzvorhaben wieder vermehrt natürliche Materialien einzusetzen?