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Postulat über ein Präventions- und Bekämpfungsprogramm gegen invasive, gebietsfremde Arten

19. Juni 2018

Monique Frey und Mitunterzeichnende fordern vom Regierungsrat mit einem Postulat die Erarbeitung eines Präventions- und Bekämpfungsprogrammes gegen invasive, gebietsfremde Arten, u.a. Neozoen und Neophyten sowie entsprechende gesetzliche Anpassungen beziehungsweise die Definition und Umsetzung von Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen

Der Kanton Luzern muss ein Präventions- und Bekämpfungsprogramm gegen invasive, gebietsfremde Arten, u.a. Neozoen und Neophyten, erarbeiten und entsprechende gesetzliche Anpassungen vornehmen beziehungsweise Präventions- und Bekämpfungsmassnahmen definieren und umsetzen.

Begründung:
Gemäss dem Anfang 2015 publizierten Bericht des Bundesrates «Umwelt Schweiz 2015» befindet sich die Biodiversität in der Schweiz in einem unbefriedigenden Zustand. «Mehr als ein Drittel aller untersuchten Arten sind bedroht», heisst es dort. Und wie der ebenfalls von der Europäischen Umweltagentur EEA publizierte Bericht «Die Umwelt in Europa» zeigt, weist die Schweiz gerade mal 6,5 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete aus. In der Reihe der 38 untersuchten Länder Europas ist die Schweiz damit abgeschlagenes Schlusslicht.

Die Ursachen für den Rückgang der Biodiversität sind vielfältig und vermehren sich laufend weiter: Siedlungsdruck, intensivierte Landwirtschaft, Strassenbau, Entwässerung, Schadstoffbelastung, Stauanlagen zur Stromerzeugung, Ausbreitung invasiver Arten, Klimawandel und Tourismus, um nur die wichtigsten Punkte zu nennen.

Der Bundesrat hat im September 2017 den Aktionsplan zur Strategie Biodiversität Schweiz verabschiedet. Er umfasst einen Katalog an Massnahmen und Pilotprojekten zur Erhaltung und Förderung der Arten und ihrer Lebensräume. Die Biodiversitätsstrategie des Kantons wird hoffentlich bald folgen.

Mit diesem Postulat fordern wir, dass die Ausbreitung invasiver Arten, als ein Grund für den Rückgang der Biodiversität, verstärkt bekämpft wird. Weiter verursachen invasive, gebietsfremde Pflanzen und auch Tiere grosse ökologische, gesundheitliche sowie ökonomische Schäden. Die Früherkennung ist hier der entscheidende Faktor, um diese Arten wirksam und auch erfolgreich zu bekämpfen.

Es darf weiter nicht nur um Pflanzen und Tiere gehen, sondern es gibt auch ein Bakterium wie das «Xylella fastitiosa», welches bereits im Kanton Zürich nachgewiesen werden konnte, welches rund 300 Pflanzenarten, darunter Rosen, Zierpflanzen, Rebstöcke, Obstbäume und Zitrusfrüchte, befällt. Vor allem Winzer dürften aufhorchen: Es handelt sich um dasselbe Bakterium, das in Kalifornien seit Jahrzehnten immer wieder ganze Traubenernten zerstört.