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Postulat über den Ersatz von Stacheldrahtzäunen

19. Juni 2018

Monique Frey und Mitunterzeichnende fordern mit einem Postulat vom Regierungsrat ein Verbot von neuen Stacheldrahtzäunen im Kanton Luzern und die Förderung des Ersatzes durch praxistaugliche, sicherere und einfacher zu installierende Alternativen.

Der Kanton Luzern soll neue Stacheldrahtzäune (Ausnahmen z. B. an besonders absturzgefährdeten Stellen) verbieten und fördert den Ersatz durch praxistaugliche, sicherere und einfacher zu installierende Alternativen. Am Boden herumliegende und zum Teil eingewachsene Stacheldrähte müssen zudem schnellstmöglich entfernt werden.

Begründung:
Zäune sorgen dafür, dass Weidetiere nicht entweichen und ungebetene Gäste nicht eindringen können. Für Wildtiere stellen Zäune aber unnatürliche Grenzen in ihrem Lebensraum dar. Im schlimmsten Fall werden sie gar zur tödlichen Falle. Zäune sollten daher immer nur so lange stehen bleiben, wie sie auch eine Funktion zu erfüllen haben.

Ein guter Zaun ist straff gespannt, umschliesst nur die wirklich notwendigen Flächen und wird bei Nichtgebrauch schnellstmöglich wieder entfernt. Er stellt für Weidetiere eine sichtbare und akzeptierte Grenze dar (Warnbänder in für Tieraugen sichtbaren Farben). Er hält «schadstiftende» Wildtiere von Feldkulturen beziehungsweise Nutztierherden fern, ist für Wildtiere sichtbar und ist, wo immer möglich und sinnvoll, durchlässig. Weiter soll er keine Verletzungen, weder bei Menschen noch bei Tieren, verursachen und kann nach einem Weidegang einfach entfernt werden.

Diese Anforderungen erfüllt der Stacheldrahtzaun nicht. Er ist schlecht sichtbar und wegen der scharfen Stachelspitzen sehr gefährlich für Mensch und Tier. Wild- und Weidetiere können sich verletzen, wenn sie Stacheldraht überspringen, unterqueren oder wenn sie gegen einen solchen Zaun laufen. An den Verletzungen gehen Wildtiere oft qualvoll ein. Die grösste Gefahr stellen Stacheldrahtzäune entlang von Waldrändern dar. Wildtiere flüchten bei Gefahr in den schützenden Wald und sehen die Zäune am Waldrand oft nicht. Daher hat der Ersatz von Stacheldrahtzäunen entlang von Waldrändern Priorität.

Zudem werden viele Stacheldrahtzäune nicht mehr unterhalten und nicht mehr genutzt. Neben den noch stehenden Stacheldrähtzäunen liegen somit auch unzählige Meter Stacheldraht am Boden herum, zum Teil halb eingewachsen und nicht mehr sichtbar, aber weiter gefährlich für Mensch und Tier.

Heute gibt es praxistaugliche, sicherere und einfacher zu installierende Alternativen. Ausnahmen zum Verbot von Stacheldrahtzäunen, z. B. an besonders absturzgefährdeten Stellen, können gewährt werden.