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"Warum JA zum Energiegesetz?", Ein Interview mit Kantonsrat Andreas Hofer

29. Mai 2018

Bild zu  "Warum JA zum Energiegesetz?"
Bild zu  "Warum JA zum Energiegesetz?" Um was geht im neuen Energiegesetz, was verändert die neue Version und weshalb scherte die SVP nun dennoch aus mit dem Referendum? Wie profitieren wir in Luzern vom neuen Energiegesetz und wo gibt es für die Zukunft noch Handlungsbedarf? Fragen über Fragen, auf die unser Kantonsrat Andreas Hofer eine Antwort gibt.

Um was geht es denn genau im neuen Energiegesetz?
Nun, eine Überarbeitung ist zwingend notwendig, das bestehende kantonale Gesetz ist bereits 30 Jahre alt und dementsprechend veraltet. Während dieser Zeit wurden enorme Fortschritte gemacht, insbesondere im Energiebereich. Das neue Gesetz trägt dieser Entwicklung Rechnung.

Und was verändert die neue Version genau?
Kurz gesagt, es ermöglicht einen sorgsameren Umgang mit der Energie, indem die Energieeffizienz gerade im Gebäudebereich gesteigert wird. Andererseits wird mit der revidierten Version auch nachhaltiger Energie produziert. Langfristig wird auch eine 1-Tonnen-Co2-Gesellschaft angestrebt in Luzern. Diese Grenze hilft bei der Erreichung der internationalen Klimaziele.

Wie profitieren wir in Luzern davon?
Alle sind betroffen. Einerseits wird die Wertschöpfung in Energieproduktion vermehrt in Luzern bleiben und fliesst nicht ins Ausland ab. Hier sprechen von hunderten Millionen von Franken, die der Kanton bisher für Energiezukäufe ausgibt. Wenn nur ein Teil dieser Gelder hier bleibt, ist das ein grosser Gewinn für die Bevölkerung und die Umwelt. Holzwirtschaft, Solaranbieter, Produzenten von Biomasse, und andere KMU's im Energiesektor profitieren fraglos.

Ausserdem dürfen wir deutlich mehr Bundesgelder erwarten, in Zukunft zahlt Bern für jeden investieren Franken des Kantons in Solar- oder Photovoltaik-Anlagen zwei zusätzliche Franken. Wenn eine Privatperson oder ein Unternehmen also eine neue Anlage baut für beispielsweise eine Million Franken, verdreifacht sich dieser Betrag. Das ist für die Luzerner Wirtschaft von grosser Bedeutung. Dass der Kanton derzeit die Beiträge für solche Installationen laufend reduziert, ist deshalb eine besonders betrübliche Entwicklung und muss gestoppt werden.

Dennoch, das Gesetz ist nur ein erster Schritt. Wo gibt es für die Zukunft noch Handlungsbedarf?
Tatsächlich, es handelt sich um einen Kompromiss. Noch nie habe ich erlebt, dass in einer Kommissionssitzung so konstruktiv zusammengearbeitet wurde - alle Parteien standen hinter dem Vorschlag. Dennoch wünschte ich mir einen höheren Anteil der erneuerbaren Energien im Luzerner Energiemix. Das geht bei uns noch zu langsam vorwärts, verbindliche Ziele fehlen. Auch eine Abwrackprämie für Ölheizungen wäre eine gute Sache, um einen Umstieg auf ökologischere Beheizung von Liegenschaften zu fördern. Zudem bestehen noch zu viele Ausnahmen in der vorliegenden Fassung.

Warum scherte die SVP nun dennoch aus mit dem Referendum?
Das ist mir völlig unerklärlich. Dieses Gesetz stärkt ja gerade die Unabhängigkeit des Kantons vom Ausland und stärkt die Wirtschaft. Zwei Kernanliegen der Partei.