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Motion: Mit dem Rückbau der Stadtautobahn den Kasernenplatz aufwerten

5. Dezember 2017

Der 1974 eröffnete Autobahnanluss ins Herz der Stadt ist ein stadtplanerischer Fehler, da sind die Fachkreise einig. Die Grünen wollen nun mit dem Bau des Bypass-Tunnel die Chance wahrnehmen, die Stadtreparatur am Kasernenplatz voranzutreiben.

Im Zusammenhang mit dem Kasernenplatz wird in planerischen Fachkreisen von einer "städtebaulichen Wunde"gesprochen, verursacht durch den 1974 eröffneten Autobahnanschluss direkt ins Herz der Stadt. Wiederkehrend wurden Anläufe genommen, diese Wunde mit Pflästerchen zu heilen, zuletzt mit dem dann doch gescheiterten Projekt der Universität Luzern. Keiner dieser Anläufe war erfolgreich, nicht zuletzt, weil es für eine Stadtreparatur am Kasernenplatz tiefgreifende und umfassende Massnahmen bedarf.

Eine Autobahnausfahrt direkt in das Stadtgefüge herein zu führen, ist aus heutiger Sicht ein stadtplanerischer Fehler. Es sind deshalb Ansätze zu suchen, die diesen gordischen Knoten lösen und das Gebiet zukunftsfähig machen.

Mit dem Gesamtverkehrssystem Bypass inklusive Spange Nord wollen die zuständigen Behörden die Autobahn ausbauen. Die vorgesehene 10-spurige Autobahn schafft verkehrstechnisch jedoch eine massive Überkapazität. Ebenso massiv ist der städtebauliche Eingriff durch den Bau der Spange Nord und das BypassTunnel-Portal im Eichhof. Mit dem angedachten Autobahnausbau wird der gleiche Fehler, die Zerschneidung und Verlärmung des Siedlungsgebietes nochmals gemacht. Das Gesamtverkehrssystem Bypass ist in dieser Form deshalb abzulehnen.

Aus stadtplanerischer Sicht ist der Projektteil "Tunnel Bypass"jedoch interessant. Mit dem Bau des Tunnels ergäbe sich die Chance, die Autobahn komplett durch den neuen Bypasstunnel zu führen und die heutige "Stadtautobahn" von Kriens bis Emmen inklusive der Autobahnausfahrt Kasernenplatz zurückzubauen oder anderweitig zu nutzen.

Um die Stauproblematik im Sonnenbergtunnel aufzunehmen, ist zu erwägen, den Bypass mit zwei zusätzlichen Spuren, also mit sechs statt vier Spuren zu realisieren.Gegenüber der heutigen Situation wäre das ein Spurausbau in beide Richtungen.

Ein sechsspuriger Bypass mit gleichzeitigem Rückbau der Stadtautobahn weist nicht nur für das Gebiet Kasernenplatz-Reuss einen städtebaulichen Mehrwert auf. Genauso würde die krasse Tunnelportalsituation im Eichhof deutlich entlastet und wäre damit für die Stadtentwicklung im Bereich Luzern Süd eine massive Verbesserung.

Die Motionärinnen und Motionäre fordern den Stadtrat auf, in einem Planungsbericht mit einer Potentialstudie aufzuzeigen, welche Chancen sich durch den Rückbau der Stadtautobahn ergäben. Dabei sind u.a die Potentiale aus städtebaulicher Sicht, für den öffentlichen Raum, für Wohnen und Gewerbe sowie für den Natur-und Erholungsraum zu beschreiben. Die räumliche Betrachtung soll sich vom Kasernenplatz über den Lochhof entlang der Reuss bis ins Gebiet Ibach ausdehnen.

Ebenso soll sich der Stadt gegenüber dem Bund und dem Kanton für einen sechsspurigen Bypass, mit gleichzeitiger Schliessung der heutigen Stadtautobahneinsetzen.

Fraktionsvorsitzende Korintha Bärtsch namens der Grüne/Junge Grüne Fraktion