Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Postulat: Mit Street Art die ausgeprägte Luzerner Kunst im öffentlichen Raum weiterentwickeln

Archiv: 12. Juni 2017

Cyrill Studer Korevaar und Nora Peduzzi namens der SP/JUSO-Fraktion und Christov Rolla namens der G/JG-Fraktion bitten den Stadtrat zu prüfen, wie die Stadt als bedeutendster Gestalter des öffentlichen Raumes dazu beitragen kann, dass sich die vielversprechenden Street-Art-Ansätze weiter ausbreiten können.

Luzern definiert sich zu Recht als Kulturstadt, welche sich über Jahrhunderte ständig weiterentwickelte. Schon die Kapell- und Spreuerbrückenbilder hielten die Geschichte und den Zeitgeist mit den damals möglichen Techniken und Methoden fest. Die lange Tradition von Kunst im öffentlichen Raum zeigt sich vor allem in der Altstadt auf zahlreichen Hausfassaden und gehört zu jeder Stadtführung: Hotel des Balances, Kornmarkt, Hirschenplatz etc.

Die Weiterführung dieser künstlerischen Ausdrucksweise ist heute unter dem weit gefassten Begriff "Street Art" immer stärker verbreitet und vor allem in urbanen Gebieten auf dem Vormarsch. Eine allgemeine Definition geht dabei von "nichtkommerzieller Kunst im öffentlichen Raum" aus. Das in neuerer Zeit aus der Graffiti- und Punkszene entstandene Phänomen zeigt sich inzwischen in fassadengrossen Bildern oder anonymen Künstlern wie Banksy, welcher weltweit Anhänger hat.

Street Art in Luzern
Entsprechende Fassadenbeispiele gibt es heute am Restaurant Fritschi, an der Steinenstrasse, bei der inzwischen wieder verschwundenen "coolsten Frau der Stadt" im ehemaligen Himmelrich oder seit dem Herbst 2016 als Wal am Neubad.

Street Art in Luzern
Mit dem alljährlichen "Fumetto"-Festival hat sich Luzern überdies zu einer der bedeutendsten europäischen Comic-Städte gemausert. Der Schritt von Comics zur Street Art ist klein, die damit verbundenen Chancen hingegen gross. Unterstützend sind auch die Potentiale der zahlreichen, in der Region angesiedelten graphischen und künstlerischen Fachklassen, die bereits umgesetzten Kunstwerke von Privaten und Wohnbaugenossenschaften, die hohe Dichte an KünstlerInnen und kunstnahen Einrichtungen (Kunstmuseum, Sammlung Rosengart, Hans Erni Museum, Bourbaki-Panorama, Sedel, Neubad, Treibhaus, zahlreiche Galerien etc.).

Die Unterzeichnenden sehen die Weiterentwicklung der langen Tradition der Brückenbilder und der bemalten Hausfassaden als Chance, die eigene Identität und Kultur zusätzlich zu entfalten. Wir bitten den Stadtrat, unter Einbezug der wichtigsten Akteure1 zu prüfen, wie die Stadt als bedeutendster Gestalter des öffentlichen Raumes dazu beitragen kann, dass sich die vielversprechenden Street-Art-Ansätze weiter ausbreiten können. Dabei sollen mindestens folgende Punkte geklärt werden:
  • Bedeutung und Potential einer offensiven Street-Art-Umsetzung eruieren: gezielte Weiterführung unter Berücksichtigung der bisherigen Tradition von Kunst im öffentlichen Raum; Street Art als Identifikations- und Ausdrucksmöglichkeit der EinwohnerInnen mit ihrer Stadt; künstlerische und touristische Wirkung; etc.
  • Definieren möglicher Objekte: Welche Gebiete und konkreten Bauten können für Street Art genutzt werden? Dabei kommen sowohl städtische (inkl. Stadt-AG's) wie auch private Bauten in Frage.
  • Einbezug privater BesitzerInnen: Wie können private ImmobilienbesitzerInnen bei Interesse berücksichtigt werden?
  • Aufzeigen verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere auch unter Einbezug von Privaten, Stiftungen, Mäzenen etc.
  • Klares und einfaches Bewilligungsverfahren, welches umsetzungswillige Akteure unterstützt.

1 Hochschule Luzern - Design und Kunst, Grafikfachklasse, Festival Fumetto, evtl. Kunstmuseum und weitere Interessierte