Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Postulat: Ideen für ein neues ÖV-Projekt prüfen (Luzern lebt)

Archiv: 24. Mai 2017

András Özvegyi und Jules Gut namens der GLP-Fraktion, Christian Hochstrasser und Korintha Bärtsch namens der G/JG-Fraktion sowie Mario Stübi namens der SP/JUSO-Fraktion bitten den Stadtrat zu prüfen, wie mögliche Ideen für ein neues ÖV-Projekt in und um Luzern aussehen könnten.

Ein zuverlässiges, engmaschiges und damit attraktives ÖV-System ist wichtig, um flächeneffizienten, ökologischen Mobilitätsformen den Vorzug zu geben. Dabei geht es einerseits um die optimale Bewältigung des bestehenden Verkehrs, wie auch um die Bewältigung des zusätzlichen Verkehrs durch Zunahme der Mobilität oder grössere Personendichte. Das ÖV-System muss daher laufend weiterentwickelt werden und dazu müssen auch stets neue Ideen geprüft werden. Wie das Verkehrswachstum flächeneffizient und ökologisch bewältigt werden soll, wird für die Innenstadt im Gesamtverkehrskonzept aufgezeigt. Für die äusseren Stadtteile und für die Agglomeration ist es aber mehr oder weniger unklar.

Im Zusammenhang mit der Carparkierung tauchte 2013 die initiale und interessante Idee einer Metro auf. Der Stadtrat hat diese Vision 2014 aber fallengelassen. Vor über 100 Jahren bauten viele berühmte Städte ihre U-Bahnen. In der Folge entwickelten sie sich rasant. In Lausanne ist in der Neuzeit die junge Metro ein Erfolg. Es wird schon die Linie 3 gebaut. Es ist ein Aufbruch spürbar, die Stadt und die Region Lausanne boomen und sind wirtschaftlich im Aufschwung. Die Postulanten sind der Meinung, dass für Luzern und die Agglomeration Ähnliches möglich wäre, wenn es eine Perspektive zur nachhaltigen Bewältigung des Verkehrswachstums gäbe.

Der Durchgangsbahnhof ist wichtig für den internationalen, nationalen und regionalen Bahnverkehr mit S-Bahnen. Der S-Bahn-Verkehr erschliesst aber nur Kunden entlang der heutigen Bahnlinien. Ein weiteres feinmaschigeres Netz von Haltestellen auf den heutigen Bahnlinien würde den übergeordneten Bahnverkehr behindern. Neben den Buslinien als Feinverteiler fehlt ein effizientes ÖV-System mit eigenem Trassee, insbesondere in einigen grossen Agglomerationsgemeinden, Wohn- oder Arbeitsgebieten (Kriens, Littau Dorf, Ruopigen, Emmen, Kantonsspital Luzern, Würzenbach, Schönbühl usw.) sowie insbesondere als direkte Tangentialverbindungen unter den drei Entwicklungsschwerpunkten Luzern Nord, Luzern Süd und Luzern Ost.

Ein mögliches ÖV-Projekt könnte schienengebunden mit Meterspur im Sinne einer Metro geplant und als Markterweiterung der Zentralbahn betrieben werden. Dies nur als Beispiel. Es könnten aber auch ganz andere Ideen zusammen mit dem Verkehrshaus evaluiert werden. Mut und Fantasie vorausgesetzt.

Wir bitten den Stadtrat zu prüfen, wie in diesem Sinne mögliche Ideen eines ÖV-Projekts in und um Luzern aussehen könnten.