Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Dringliche Interpellation: Wie gut läuft das Integrierte Sekundarschulmodell in der Stadt Luzern wirklich?

Archiv: 22. Mai 2017

Sandra Felder-Estermann, Reto Kessler, Christov Rolla und Judith Wyrsch bitten die Bildungsdirektion um die Beantwortung verschiedener Fragen im Zusammenhang mit der Einführung des Integrierten Sekundarschulmodells in der Stadt Luzern.

Ab dem Schuljahr 2016/2017 wird das Integrierte Sekundarschulmodell in der Stadt Luzern in der ersten Sekundarstufe eingeführt. Die Stadt Luzern ist nicht die erste Gemeinde, welche diesen Systemwechsel vollzogen hat. Viele Luzerner Gemeinden haben das Integrierte Sekundarschulmodell mit Stammklassen (niveaugemischt, A bis C) ebenfalls. Dieses System hat bestimmt viele Vorteile, vor allem bei der Durchlässigkeit von leistungsstärkeren Schülern in ein höheres Niveau, was für mehr Chancengleichheit der Schüler spricht.

Im Zusammenhang mit der Einführung der Integrierten Sekundarschule ist der Informationsbedarf noch immer sehr gross. Erste Erfahrungen wurden gemacht und die schlechten Erfahrungen geben Anlass zur Sorge. Vor allem betroffene Eltern, aber auch ein grosser Teil der Bevölkerung, wollen mehr Antworten auf offene Fragen.

Wir bitten die Bildungsdirektion um Beantwortung folgender Fragen:
  1. Warum wurde eigentlich das Integrierte Sekundarschulmodell gewählt? Warum wurde ein Zwischenschritt über das Kooperative Sekundarschulmodell nicht gemacht?
  2. Wieso werden nur die Leistungsfächer Französisch und Englisch niveaugetrennt unterrichtet?
  3. Welche Gemeinden im Kanton Luzern unterrichten ebenfalls nur Französisch und Englisch separat? Sind diese Gemeinden vergleichbar mit der Stadt Luzern?
  4. Es hiess, dass das neue Modell keine Sparmassnahme sei, und doch hält die Meinung bei der Lehrerschaft und bei den Eltern weiter an. Ist die Einführung des Integrierten Sekundarschulmodells in dieser Form doch eine versteckte Sparmassnahme?
  5. Stimmt die Aussage, dass es im Mariahilf Schulhaus diesen Sommer 11 Lehrpersonenabgänge gibt? Und sind die Abgänge die Folge des neuen Unterrichtssystems?
  6. Aus Elternkreisen kam der Hinweis auf alarmierende gesundheitliche Probleme von mehreren Schülern im Mariahilf Schulhaus. Gibt es auch da eine grössere Häufigkeit von solchen Fällen gegenüber anderen Schulhäusern?
  7. Für den Erfolg dieses neuen Schulmodelles sei die richtige Durchmischung immens wichtig. Und doch kommt es vor, dass ein Kind alleine im Niveau A in der Stammklasse in Deutsch unterrichtet wird. Ist in diesem Fall die Durchmischung wirklich gegeben? Bzw. was heisst eine gute Durchmischung?
  8. Wie sieht die Zusammensetzung mit Sicht auf Migration in den einzelnen Sekundarschulhäusern aus?
  9. Wird die SOL-Stunde (Selbst organisiertes Lernen) auch für Fördermassnahmen gebraucht?
  10. Im Mariahilf Schulhaus ist die "Studierstube" eingerichtet worden. Dieses Gefäss dient für vieles, es kann von der Lehrperson verordnet, aber auch von Schülern temporär gewählt werden. Was teilweise zu einem Wunschprogramm wird von schlecht motivierten und disziplinarisch schwierigeren Schülern. Bestehen Regeln für diese "Auszeit"? Gibt es dieses Unterrichtsgefäss in anderen Schulhäusern ebenfalls und bleibt das in dieser Form bestehen?
  11. Ist eine Anpassung des Systems möglich, so dass die Leistungsfächer Mathi und Deutsch niveaugetrennt unterrichtet werden?
Wir danken für möglichst klärende Antworten.