Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Motion: Mit mehr Grün gegen die Hitze

Archiv: 17. Mai 2017

Korintha Bärtsch namens der G/JG-Fraktion fordert den Stadtrat mit einer Motion auf, eine Klimaanpassungsstrategie zu formulieren und in einem Planungsbericht Massnahmen aufzuzeigen, welche die thermische Belastung der Stadtbevölkerung erträglich machen, also verringern bzw. nicht erhöhen.

Mit dem Pariser Abkommen hat die Weltgemeinschaft beschlossen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und dafür CO2-Emissionsreduktionsmassnahmen zu ergreifen. Dies deshalb, damit der Klimawandel nicht ganz so drastisch ausfällt. Aber auch bei einer Erwärmung von bis zu 2 Grad gibt es grosse globale und regionale Auswirkungen, die unseren Lebensraum deutlich wahrnehmbar verändern werden.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind komplex. So wird beispielsweise die 2-Grad-Temperaturerhöhung nicht in allen Erdteilen gleich ausfallen, der Alpenraum und damit die Schweiz werden stärker betroffen sein, was sich auch bereits heute zeigt. Zur Veranschaulichung: Die weltweite Erwärmung seit 1880 liegt bei 0.85 Grad, in der Schweiz hat sich die Temperatur im gleichen Zeitraum aber bereits doppelt so stark, um 1.8 Grad, erhöht und wird weiter zunehmen.

Im Bericht "Brennpunkt Klima Schweiz"1 zeigt die Schweizerische Wissenschaft auf, welche Klimarisiken und Auswirkungen die Schweiz zu erwarten hat. Neben Extremniederschlägen und häufigen Trockenperioden ist die grosse Hitzebelastung in Schweizer Städten eine der grössten Herausforderungen. Die Hitzebelastung zeigt sich einerseits mit einer Zunahme der Hitzetage (Tage mit über 30 Grad) und andererseits mit mehr Tropennächten (Nächte über 20 Grad). Dies wegen dem Wärmeinseleffekt: Aufgrund des städtischen Umfelds mit vielen versiegelten Flächen sowie der Abwärme von Gebäuden und Verkehr heizt sich die Temperatur tagsüber stärker auf und kann sich in der Nacht schlechter abkühlen, weil in den dicht bebauten Gebieten die Windzirkulation zu gering ist. Bereits heute kann es deshalb punktuell in den Städten um bis zu 10 Grad wärmer sein als im Umland.

Um diese Hitze besser ertragen zu können, sind wirkungsvolle Massnahmen möglich und auch bekannt. So tragen schattenspendende Bäume, Grünflächen (weniger versiegelte Flächen), Wasserflächen sowie eine gute Durchlüftung und Windzirkulation (durch gezielte Anordnung der Gebäude) zur besseren Hitzeverträglichkeit bei. In mehreren Schweizer Städten wurden solche Strategien ausgearbeitet und sind bereits in der Umsetzung (zum Beispiel ACCLIMATASION der Stadt Sitten)

Wir fordern deshalb den Stadtrat auf, eine Klimaanpassungsstrategie zu formulieren und in einem Planungsbericht Massnahmen aufzuzeigen, welche die thermische Belastung der Stadtbevölkerung erträglich machen, also verringern bzw. nicht erhöhen.

1 Bericht "Brennpunkt Klima Schweiz" https://naturwissenschaften.ch/service/publications/81637-brennpunkt-klima-schweiz