Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2017

Postulat: Fertig mit alten Rollenbildern, Gleichstellung muss her!

Archiv: 24. Februar 2017

Korintha Bärtsch und Christov Rolla namens der G/JG-Fraktion ersuchen den Stadtrat mit einem Postulat, die Gleichstellungsarbeit auch bei den stadteigenen Unternehmen zu fördern.

Aktuell wird bei der ewl eine Sekretariatskraft mit Niveau und Herzlichkeit gesucht, neben fachlichen Fähigkeiten soll sie auch noch ein gepflegtes Auftreten und eine Prise Humor mitbringen. Zu guter Letzt wird für die Bewerbung explizit ein Foto verlangt. Ausdrücklich wird eine Frau gesucht, eine Assistentin der Geschäftsleitung, kein Assistent.

Dieses Stelleninserat der stadteigenen Unternehmung ewl ist irritierend. Während die Stadt Luzern mit ihrem "Aktionsplan Gleichstellung 2015-2020" die Gleichstellung fördern will, akzentuiert die männlich dominierte Führungsetage der ewl mit ihrem Stelleninserat veraltete Rollenbilder. Das Prinzip, als Frau in einer Position mit hoher Dienstleistungsfunktion einem Mann zuzuarbeiten, widerspricht jedoch vollends der Geschlechtergerechtigkeit.

Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen scheint bei den stadteigenen Unternehmen kein ernsthaftes Thema zu sein. Allen stadteigenen Unternehmen steht ein männlicher Geschäftsleiter vor. Die Geschäftsleitungen der ewl und der vbl sind ausschliesslich männlich besetzt, einzig die Geschäftsleitung der viva Luzern AG ist geschlechterdurchmischt.

Im Rahmen einer fortschrittlichen städtischen Gleichstellungspolitik ersuchen wir den Stadtrat, die Gleichstellungsarbeit auch bei den stadteigenen Unternehmen zu fördern. Mit einem eigenen wirkungsvollen "Aktionsplan Gleichstellung" soll die Gleichstellungsarbeit auch bei städtischen Unternehmen angegangen und eine ausgewogenere Geschlechterverteilung in den Kaderpositionen erreicht werden.