Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2012

Der Kanton Luzern spart sich krank

Archiv: 28. November 2012

Die Grünen Willisau haben an der Parteiversammlung vom 19. November 2012 das fatale Sparprogramm des Regierungsrates intensiv diskutiert und lehnen dieses entschieden ab. Gerade auch die ländlichen Regionen sind vom Sparprogramm stark betroffen.

So sollen weitere Angebote in der Stadt Luzern zentralisiert werden. Dazu gehört namentlich die Berufsberatung, welche ihren Standort Sursee schliessen soll. Das heisst alle Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern müssen für Informationsabende und Beratungsgespräche nach Luzern reisen. Die zusätzlichen Kosten für den Anfahrtsweg werden selbstverständlich die einzelnen Familien tragen müssen. Aufgrund des langen Anfahrtsweges werden die Jugendlichen die für die Berufsfindung wichtigen Angebote der Berufsberatung weniger in Anspruch nehmen. Die Folge sind dann vermehrt Lehrabbrüche, welche neben den persönlichen Schwierigkeiten immer auch Kosten verursachen.

Die Kosten für den Musikschulunterricht an den Gymnasien soll um zweihundert Franken erhöht werden. Auch diese Mehrkosten gehen zu Lasten der Familien. Ebenso soll das Essen in der Mensa der Schulen nach oben angepasst werden, auch das eine Mehrbelastung für Privatpersonen. Die erwähnten Massnahmen sind nur drei von insgesamt 185 Massnahmen.

Infolge der übertriebenen Steuersenkungen der letzten Jahre, haben die Sparübungen die Grenzen des Vernünftigen überschritten. Leistungen werden ganz abgebaut oder es werden grosse Einbussen in der Qualität in Kauf genommen. Gerade die wenig bis normal verdienenden Personen sind von den Sparmassnahmen massiv betroffen. Eine Familie mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen steuerbaren Einkommen muss bei einer Steuererhöhung von einer Zehnteleinheit ungefähr hundert bis zweihundert Franken mehr Steuern bezahlen. Die höheren Gebühren und Abgaben aufgrund des Sparprogramms übersteigen die eingesparten Steuern bei weitem.

Für die Grünen ist klar: Dieses Sparbudget ist weder sozial noch ökologisch nachhaltig noch zukunftsgerichtet, sondern ist einzig auf die Verhinderung einer Steuererhöhung ausgerichtet.