Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2012

Junge Grüne: Luzerner Hochschulpolitik mangelhaft geplant

Archiv: 8. Mai 2012

Aus Sicht der Jungen Grünen Kanton Luzern taugt der Planungsbericht «über die Hochschulentwicklung im Kanton Luzern» nicht als Grundlage für die zukünftige Hochschulpolitik des Kantons. Notwendige Abklärungen wurden nicht gemacht, wichtige Anspruchsgruppen wurden nicht angehört, es fehlt jegliche Vision. Der Kantonsrat kann deshalb an der Session vom 14./15. Mai keinen fundierten Entscheid fällen.

»Für die Jungen Grünen ist der vorliegende Bericht in mehreren Punkten eine Enttäuschung. So fehlt beispielsweise elementares, wie eine konkrete Vision, wo die Regierung die Zukunft der Bildung sieht», erklärt Irina Studhalter vom Vorstand der Jungen Grünen Kanton Luzern. Für die Jungen Grünen stellen die drei Bildungsinstitutionen Universität, Hochschule Luzern und die Pädagogische Hochschule wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren für die Zentralschweiz dar. Luzern soll ein qualitativ hochstehendes Bildungsangebot erhalten und ausbauen, das allen zur Verfügung steht.

Die Jungen Grünen Kanton Luzern kritisieren am Planungsbericht insbesondere folgende Punkte:
  • Es fehlt ein Bezug zur Wirtschafts- und Ansiedelungspolitik ‐ die Frage wäre hier, welche Potenziale in der Region mit entsprechenden Bildungsangeboten gefördert werden sollen.
  • Für eine tragfähige Hochschulpolitik müssten unbedingt auch die Studierenden, der Mittelbau (AssistenInnen) und die Dozierenden der Hochschulen am Planungsprozess beteiligt werden.
  • Um ein attraktives und qualitativ hochstehendes Bildungsangebot zu erreichen muss das Portfolio der Luzerner Hochschulen analysiert und strategisch weiterentwickelt werden.
  • Die «aktive Rolle in der nationalen Hochschulpolitik» wird nicht wahrgenommen, da weder auf die aktuellen Entwicklungen noch auf die Bedürfnisse der Schweizer Hochschullandschaft Bezug genommen wird. Es sollten hierzu zum Beispiel der Verband Schweizerischer Studierendenschaften (VSS), die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) und die Konferenz der kantonalen Bildungsdirektoren angehört werden.
  • Die Zusammenarbeit der Luzerner Hochschulen muss verbessert und ihre Entwicklung aufeinander abgestimmt werden.
  • Die Hochschulpolitik muss kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die notwendigen Mittel dazu (zum Beispiel regelmässige Planungsberichte) müssen geschaffen werden.
  • Der Regierungsrat macht keine Angaben dazu, was er sich von der Hochschulpolitik erhofft und was letztlich das Ziel seiner Politik ist. Es fehlt hier der visionäre Weitblick.

Bekenntnis zur Hochschule notwenig
Die Jungen Grünen Kanton Luzern erhoffen sich vom Kantonsrat ein Bekenntnis zum Hochschulstandort Luzern und die Schaffung der politischen Mittel, um fundierte Entscheide für die nächsten Entwicklungsschritte treffen zu können. Irina Studhalter: «Wir brauchen keine Schnellschüsse, sondern eine zukunftsfähige Politik.»