Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2009

Gezielte Förderung der Elternbildung

Archiv: 13. August 2009

Interpellation von Monika Senn Berger namens der G/JG-Fraktion

"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen", lautet ein afrikanisches Sprichwort. Auch die Stadt trägt eine Mitverantwortung für die Erziehung der Kinder. Die stetig steigenden Zahlen bei den Vormundschaften veranlassen uns, nach vorbeugenden Massnahmen zu suchen:

Wir sind der Ansicht, dass die Verantwortung der Kindererziehung bei den Eltern liegt, diese jedoch unter anderem durch Elternbildung unterstützt werden müssen. Mit der landesweiten Kampagne "Stark durch Erziehung" werden Eltern dafür sensibilisiert. Die Elternschule der Stadt Luzern nimmt in ihrem Programm ein grosses Spektrum von Erziehungsfragen auf und bietet Elternberatung an. Wie bei anderen Bildungsangeboten besteht auch hier die Schwierigkeit, bildungsferne Personen anzusprechen.

Elternbildung hat präventiven Charakter und sollte unseres Erachtens gezielt gefördert werden. Deshalb bitten wir den Stadtrat, folgende Fragen zu beantworten:
  1. Wie hat sich die Kampagne "Stark durch Erziehung" auf die Elternschule der Stadt Luzern ausgewirkt?
  2. Hat die Elternschule genügend Kapazitäten, um bei kantonalen oder schweizerischen Projekten mitzuwirken oder eigene Projekte zu lancieren? Wenn nein, wie kann dem abgeholfen werden?
  3. Im Programm der Elternschule hat es finanziell günstige Angebote für tamilische Eltern. Welche Möglichkeiten gibt es, auch andere fremdsprachige Eltern direkter anzusprechen?
  4. Welche Informationskanäle - nebst Anzeiger, Internet, Schuelzytig - hat die Elternschule, um an ihre Kundschaft zu gelangen?
  5. Sollten nicht auch Erwartungen an Eltern seitens der Gesellschaft wie zum Beispiel das Verhalten von Jugendlichen in Gruppen oder im öffentlichen Raum oder die Begleitung bei der Lehrstellensuche in der Elternbildung thematisiert werden? Wenn ja, gibt es eine Zusammenarbeit der Elternschule mit Jugendarbeit, Polizei, Berufsberatung usw.?
  6. Gibt es, wie bei der Fortbildung von Lehrpersonen, Holkurse für Elternbildung, die eine Schulleitung für die Eltern ihrer Schule in den eigenen Räumlichkeiten organisieren kann? Wenn ja, welche?
  7. Gibt es ausser den Elternforen der Schulen auch thematische Austauschgefässe für Eltern ähnlich dem Projekt "familienbar" des Drogenforums Innerschweiz oder der Femmes-Tische des SAH Zentralschweiz? Wie können solche Angebote unterstützt werden?
  8. Gibt es Anreize für den Kursbesuch, die finanzielle und zeitliche Ressourcen von Eltern berücksichtigen? Zum Beispiel Bildungsgutscheine oder ein Hütedienste während des Kurses? Wie gedenkt der Stadtrat, solche zu fördern?