Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2009

Förderung der gemeinsamen Führungsverantwortung (Topsharing)

Archiv: 23. Juni 2009

Motion von Monique Frey und Mitunterzeichnenden

Der Regierungsrat wird beauftragt, die notwendigen gesetzlichen Anpassungen vorzunehmen, um das Modell der gemeinsamen Führungsverantwortung (Topsharing) in seiner Personalpolitik zu verankern.

Begründung:
Nach wie vor gibt es wenig Frauen in Führungspositionen, und das, obwohl heute mehr als die Hälfte der Studierenden Frauen sind. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist offensichtlich schwierig; gleichzeitig stellt sie aber eine der wichtigsten Herausforderungen der Arbeitswelt von morgen dar. Die hohen Anforderungen in der Arbeitswelt und die gesellschaftlichen Veränderungen zeigen, dass neue Strukturen entwickelt werden müssen. Neue Lebensentwürfe bedingen eine Überprüfung des heutigen Führungsverständnisses und der Arbeitsrollen. Teilzeitarbeit und die dadurch gewonnene Work-Life-Balance bieten eine gute Möglichkeit zur Stabilisierung in der immer anspruchsvoller werdenden Arbeitswelt.

Das Modell Topsharing (gemeinsame Führungsverantwortung) ist ein vor mehr als zehn Jahren entworfener innovativer Lösungsansatz. Das Modell bietet einen Rahmen, der die Bedürfnisse aller Beteiligten besser berücksichtigt und individuelle Fähigkeiten besser zur Geltung kommen lässt. Mehr Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben wirkt erwiesenermassen gegen Stress, Übermüdung und Burnout; bei Frauen und Männern gleichermassen. Topsharing stärkt ausserdem die soziale und die kommunikative Kompetenz. So liegen denn auch die Vorteile für Menschen in Führungspositionen auf der Hand: mehr Zeit für die Familie, Kapazitäten, um andere Verantwortungen wahrzunehmen, und das Verfolgen eigener Ziele, wie etwa die Weiterbildung.

Das Modell Topsharing wurde bereits in drei Pilotfällen realisiert: bei der Swiss Re, bei der Weisbrod-Zürrer AG und im Finanzdepartement des Bundes. Die externe Evaluation, die vom Institut für Wirtschaftsforschung der ETH Zürich durchgeführt wurde, bezeichnet die Umsetzung von Topsharing als «sehr erfolgreich» und die Effekte in den Pilotunternehmen als «insgesamt positiv». Somit ist das Modell Topsharing geeignet, um in der Personalpolitik des Kantons verankert zu werden. Dadurch kann der Kanton eine Vorbildfunktion übernehmen, die auch aus gesellschaftpolitischer Sicht wichtig ist.