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Mit Zivilcourage und Selbstverteidigung gegen Gewalt

Archiv: 27. Mai 2009

Postulat von Agatha Fausch Wespe namens der G/JG-Fraktion

Die Frage der Gewalt im öffentlichen Raum wird breit diskutiert: Kaum beachtet wird: Bürgerinnen und Bürger können sich auf schwierige Situationen vorbereiten. Sie können Zivilcourage, Selbstschutz und Selbstverteidigung lernen. Wenn die Stadt Zivilcourage und Selbstverteidigung fördert, leistet sie einen Beitrag zur Bekämpfung der Gewalt auf der Strasse.

Luzern hat einige Kinder als Peacemaker auf dem Pausenplatz ausgebildet. Sie haben dabei Kompetenzen zur Zivilcourage erworben. In den Mädchenpower-Wochen lernen Mädchen, sich selbst zu behaupten und zu verteidigen. Ausser diesen Schul- und Schulferien-Projekten für Kinder kennt Luzern im öffentlichen Raum kaum vergleichbare Projekte. Es ist aber sinnvoll, proaktive Massnahmen zum Erwerb von Kompetenzen der Selbstverteidigung und Zivilcourage im öffentlichen Raum zu treffen.

Zivilcourage ist keine angeborene Eigenschaft, aber sie ist lernbar; dies gemäss Veronika Brandstätter-Morawietz (Universität Zürich www.psychologie.uzh.ch/zivilcourage/). Aufgrund ihrer Forschungen wurden verschiedene Formen von Zivilcourage-Trainings entwickelt (z. B. StattGewalt-Rundgänge (1) in Quartieren oder unsichtbare Theaterszenen in öffentlichen Verkehrsmitteln).

Wen-Do ist eine seit mehr als 20 Jahren praktizierte Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungsschulung von Frauen für Frauen (2). Solche Kurse werden in Luzern seit den 90-er-Jahren nicht mehr angeboten.

Jungs und junge Männer haben heute ein eher ambivalentes Verhältnis zu Gewaltsituationen im öffentlichen Raum. Häufig sind sie Opfer von Grenzverletzungen oder von Gewalt. Viele kennen die Rolle als Opfer und Täter. Sie lernen Selbstbehauptung am besten in geschlechtsspezifisch ausgerichteten Projekten (3).

In diesem Zusammenhang bitten wir den Stadtrat zu prüfen, mit welchen Massnahmen er die Kompetenzen zur Zivilcourage und Selbstsicherheit der städtischen Bevölkerung im öffentlichen Raum stärken kann. Dabei sollen spezifische Angebote für Gruppen, die besonders gefährdet sind, mitberücksichtigt werden (SeniorInnen, Menschen mit Behinderung, Frauen, Jungs und junge Männer).

Links:
(1) www.ncbi.ch/prog_stattgewalt-html.ch
(2) www.wendo-ch
(3) www.respect-selbstbehauptung.ch