Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2009

Abgeriegelter oder offener Bahnhof

Archiv: 29. April 2009

Postulat von Philipp Federer namens der Fraktion G/JG

Problembeschreibung:
Bei Fussball-Hochrisikospielen (u. a. Basel, Zürich) wird der Bahnhof völlig abgeriegelt. Ankommende Bahnreisende können nicht mehr die Unterführung benutzen. Wer gerade den Reisedienst benutzen oder abreisen möchte, kommt nur mit Schikanen an sein Ziel. Die Bahnkunden müssen sich durch Polizeigrenadiere und an Fussballfans vorbeizwängen. Zudem ist die Umgebung des Bahnhofs abgeriegelt. Die Zentralstrasse und alle Querstrasse zu ihr sind gesperrt. Für die AnwohnerInnen und PassantInnen ist dies eine Zumutung. Vielen machen die Polizeigrenadiere und die lauten Fans Angst.

Selbst das Ziel, die Trennung der Fans, wird mit diesem massiven Aufwand selten erreicht. Da der übrige Personenverkehr gewährleistet werden muss, kommen verschiedene Fangruppen in Kontakt. Selbst ein harmloser Sichtkontakt bittet in dieser angespannten Situation Platz für Provokationen und gefährliche Situationen, z. B. Das Überschreiten von Geleisen.


Lösungsansatz:
Der FCL spielt während der Übergangszeit in Emmenbrücke. Dies erlaubt dem Stadtrat und den verantwortlichen Stellen ohne Zeitdruck eine bessere Lösung zu eruieren. Mit dem neuen Stadion und selbst mit der Tieferlegung der Zentralbahn wird die Situation am Bahnhof gleich bleiben. Ohne getrennte Abfahrtsorte beim Bahnhof werden Fangruppen immer wieder aneinander geraten und der öffentlich Ort Bahnhof wird zum teilweise verbarikadierten Ort. Wir sollten deshalb die Zeit bis zu den ersten Spielen im neuen Stadion nutzen.

Als Abgangsbahnhof für Fan-Extrazüge ist der Güterbahnhof eine ernsthafte Alternative. Mit kleinen Anpassungen, zum Beispiel eine breitere (mobile) Treppe, wäre der Standort funktionstauglich. Die Gästefans werden zum Güterbahnhof gebracht. Die Busse können dieses Areal gut erreichen und über die Güterstrasse wieder wegfahren. Das ganze Gelände ist überschaubar und hat keinen Personenverkehr. Eine Polizeipräsenz stört dort niemanden. Das Hirschmattquartier wird nicht beeinträchtigt. Und als Wichtigstes, der Bahnhof kann durch die örtliche Trennung normal betrieben werden.

Wir bitten den Stadtrat sich für einen offenen Bahnhof einzusetzen. Dazu gehören intensive Gespräche mit der SBB und der Polizei, damit eine bessere Lösung als die heutige gefunden wird. Der Standort Güterbahnhof muss dazu als Alternative geprüft werden.