Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2009

Erneuerbare Energie für die Stadt Luzern

Archiv: 27. Januar 2009

Postulat von Katharina Hubacher namens der G/JG-Fraktion, Rolf Krummenacher namens der FDP-Fraktion und Dominik Durrer namens der SP-Fraktion

Im B+A 2000 vom 15. März 2000: "Energiekonzept Stadt Luzern" sind die Ziele der städtischen Energiepolitik formuliert. Eines der fünf beschriebenen Aktionsfelder ist wie folgt überschrieben: "Erneuerbare Energien: Förderung der Sonnenenergienutzung und verstärkte Nutzung der vorhanden Abwärme". Es ist Ziel der Stadt Luzern, als Energiestadt das goldene Label zu erhalten.

Die Stadt bezieht ihre Energie bei der eigenen Tochtergesellschaft, der ewl. Die ewl bietet ihren Kunden mit einem Aufpreis Strom aus Wasserkraft und Sonnenenergie an. In ihrer Zeitschrift wirbt die ewl mit folgendem Aufruf: "Wählen Sie für Ihren Strombedarf Luzerner Wasserkraft und Luzerner Solarstrom. Sie unterstützen mit dem Aufpreis den Bau weiterer Anlagen zur ökologisch sinnvollen Energiegewinnung."

Die ewl verkaufte im Jahr 2007 32,7 % Strom aus erneuerbaren Energien, wobei ein Grossteil, 32,5 %, aus Wasserkraft stammt. 63 % des verkauften Stroms stammt aus nicht erneuerbaren Energien, davon 60,3 % aus Kernenergie. "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind zwei zentrale Themen der Sicherstellung der langfristigen Energieversorgung und bei der Lösung des CO2 Problems." So beschreibt der Vorsitzende der ewl, Herr Hans Jakob Graf, die Strategie der ewl in ihrer neuesten Werbeschrift.

Wir sind der Meinung, dass die Stadt als Grosskunde bei der ewl nicht hinten anstehen darf. Die Stadt bezieht sehr viel Strom: für Betagtenzentren und Schulhäuser, für die städtischen Gebäude und für die Strassenbeleuchtung usw. Die Stadt hat Vorbildfunktion und soll auch in diesem Sinn erneuerbare Energie beziehen und damit die Produktion solcher Energien fördern.

Wir fordern deshalb den Stadtrat auf:
  • ab dem Jahr 2011 mindestens 50 % des stadteigenen Strombedarfs (Gebäude und öffentliche Beleuchtung) mit erneuerbaren Energien (z. B. Wasserkraft) abzudecken. Zusätzlich ist mindestens 5 % des gesamten Strombedarfs mit zertifiziertem Ökostrom (Naturmade Star oder vergleichbare Qualität) zu decken.
  • dem Parlament darzulegen, in welchen weiteren Schritten er den Einkauf von erneuerbaren Energien erhöhen will und bis wann er schliesslich 100 % seines Strombedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken gedenkt.