Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2007

Allmend: Der Name verpflichtet!

Archiv: 25. Juni 2007

Sie wirken grossstädtisch, die vorgestellten Pläne und Modelle für ein neues Allmendstadion. Sie bieten viel, aber ebensoviel muss noch diskutiert werden.

von Edith Lanfranconi, Grossstadträtin, Luzern

Die Grünen hatten bei ihren Stellungnahmen zu den Allmendthesen 2002, zur «Konzeptplanung Allmend» 2005 sowie zum B+A zur Sportarena Planung 2006 immer die ganze Allmend im Auge; das heisst, das räumliche Gesamtkonzept mit Flächen für den Breitensport, Naherholungsgebiet, Messe und Stadion, aber auch den Verkehr und Parkplätze.

Wir versuchen auch jetzt, bezüglich der Stadionneubauten, den Blick aufs Ganze nicht zu verlieren. Dem Investorenwettbewerb und der kommerziellen Nutzung standen wir von Anfang an skeptisch gegenüber, denn die Übergabe an Private birgt Risiken in sich wie auch Chancen. Unser Vorschlag, einen Baurechtszins auf die gewinnorientierten Teile der Anlage zu verlangen, kam leider nicht durch. Wir bleiben vorsichtig in unserer Beurteilung, auch wenn bei der Ausschreibung Zugeständnisse im Bereich von Verkehr und Ökologie gemacht wurden und wir dem Wettbewerbkredit zugestimmt haben. Dass die Wettbewerbsbedingungen durch die Ausweitung des Perimeters ohne Wissen und Zustimmung des Parlamentes abgeändert wurden, hat unsere Vorsicht nicht geschmälert.

Stadionneubau: die Projekte
Aus den fünf eingereichten Projekten sind die drei erstplatzierten die richtige Auswahl. In Bezug auf Finanzierung, Energie und kommerzielle Nutzung sind aber noch so viele Fragen offen, dass wir uns noch nicht auf eines der Projekte festlegen können. Wir könnten uns auch nur die Realisation von einzelnen Teilen oder eine zeitliche Etappierung der Bauten vorstellen.

Auch beim Hallenbad bleiben viele Fragen ungeklärt, insbesondere zu ökologischen Standards und Betriebskosten, was wiederum Auswirkungen auf die Eintrittspreise und somit zum Beispiel auch den Zugang für die Schulen hat.

Messe: Neubau Messehallen
Auch in Bezug auf die Messe möchten wir, dass die Stadt Luzern ihren Einfluss nicht verliert und durch Kapitalisierung des Baurechtes eine Mehrheitsbeteiligung hält.

Ausserdem soll ein Betriebs- und Nutzungsreglement erstellt werden, das Fragen zu Verkehr, Art der Nutzung der Messehallen und Konditionen für NutzerInnen definiert.

Zentralbahn: Tieflegung
Auf dem Luzerner Stadtgebiet wird das Trassee der Zentralbahn tiefgelegt und die Allmend mit einer unterirdisch gelegenen Haltestelle erschlossen. Damit werden vier Niveauübergänge aufgehoben, was zwar dem ÖV, aber auch dem MIV zugutekommt. Vorstösse zur neuen Nutzung des alten Trassees sind noch hängig.

Die Veränderungen auf der Allmend sind komplex und die Fragestellungen dazu anspruchsvoll. Bis zu den Abstimmungen vom 24. Februar 08 zu allen drei Vorlagen bleibt viel zu tun, viel zu klären und sich für vieles stark zu machen, wenn wir eine Allmend wollen, die diesen Namen weiterhin verdient.