Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2007

Schneller, schneller - wie weiter?

Archiv: 15. Januar 2007

Bei frühlingshaften Temperaturen begaben sich am Abend des 8. Januar rund zwanzig Personen ins Konservatorium auf dem Dreilindenhügel. Sie kamen, um dem Winter-Palaver mit dem besinnlichen Thema «Entschleunigung - vom Umgang mit der Zeit in einer temporeichen Welt» beizuwohnen.

von Andreas Schönbächler, Mitglied Vorstand Grüne Stadt Luzern

Der mit Kerzen beleuchtete Weg, die alte Villa mit ihren eindrücklichen Cheminées und die Distanz zu den Lichtern der Stadt schufen eine gute Atmosphäre, um innezuhalten und sich Gedanken über die Geschwindigkeit und die Zwänge der modernen Zivilisation zu machen. Zur Einführung in die Thematik stellte Silvia Strahm Bernet, Theologin und Publizistin, Thesen aus dem Buch «Entschleunigung» von Fritz Reheis vor: Dieses macht Vorschläge, wie ein Ausstieg aus der Hamsterrad-Logik gedacht werden kann.

Faulheitsprämie?
Im Verlauf des Abends diskutierten die Anwesenden über einige spannende Ansätze. Ein Kernpunkt war die Neudefinition von Wohlstand als nicht bloss materieller Wert, sondern als Möglichkeit zur Lebensgestaltung. Mehrmals wurde betont, dass die Einstellung zu Konsum und Glück zu grossen Teilen eine Frage von sozialem Umfeld, Erziehung und Bildung ist. Zu Kritik Anlass gab die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, Brücken zur realen Politik fanden wir dort, wo es um die Verteidigung von Sonn- und Feiertagen oder um die Verteilung von Arbeitszeit ging. Eine «Prämie auf Faulheit», die Reheis vorschlägt, lässt sich mit der Idee des von Arbeit entkoppelten Grundeinkommens vergleichen.

Mein Fazit?
Entschleunigung ist nicht einfach. Es kann aber jedeR für sich versuchen, bewusste Pausen einzulegen und sich Konsumzwängen zu entziehen. Daneben kann aber auch der Einsatz für gesellschaftliches Umdenken nicht schaden.

Nächstes Palaver:
Montag, 7. Mai 2007, 18:30 Uhr in der Stadtbibliothek, mit Christian Sager. Thema: Grüne Politik, Kernthemen & Werte - heute, morgen und übermorgen.

Referat von Silvia Strahm Bernet
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