Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2006

Erhebung der Lohn(un)gleichheit im Kanton Luzern

Archiv: 15. September 2006

Postulat von Peter Lerch und Mitunterzeichnende

Frauen werden bei den Löhnen diskriminiert. Der Regierungsrat wird deshalb aufgefordert, folgende Massnahmen zu treffen:
  1. Das Ausmass der diskriminierungsbedingten Lohnunterschiede in den verschiedenen Wirtschaftszweigen im Kanton Luzern wird ermittelt. Das Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann ist bei der Interpretation der Daten einzubeziehen.
  2. Darauf abgestützt werden geeignete Strategien zur Förderung der Lohngleichheit entwickelt, welche die spezifischen Verhältnisse im Kanton Luzern berücksichtigen.

Begründung:
Die nationale Lohnstrukturerhebung von 2002 hat ergeben, dass der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern im Durchschnitt immer noch 21 Prozent beträgt. Auch wenn Ausbildung, Weiterbildung, berufliche Erfahrung, Dienstjahre im Betrieb, Anforderungsprofil und Hierarchiestufe berücksichtigt werden, bleibt immer noch ein wesentlicher, nicht erklärbarer Lohnunterschied, welcher auf der direkten Diskriminierung von Frauen beruht und der im Schnitt rund 60 Prozent des gesamten Lohnunterschiedes ausmacht. Dieser Lohnunterschied verletzt geltendes Recht. Seit 1981 ist in der Bundesverfassung der Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit verankert. Mit dem Gleichstellungsgesetz von 1996 wurde ein Diskriminierungsverbot verankert, nach dem Frauen im Erwerbsleben weder direkt noch indirekt benachteiligt werden dürfen. Obwohl das Thema gesellschaftspolitisch brisant ist, sind wir immer noch weit von der Lohngleichheit entfernt. In den letzten 45 Jahren hat sich die Lohndifferenz nur um einen Drittel verringert. Entwickelt sich die Angleichung im gleichen Tempo weiter wie bisher, so geht es noch 90 Jahre, bis Lohngleichheit bestehen wird.

Damit die Lohndiskriminierung gezielt und nachhaltig angegangen werden kann, braucht es zunächst eine klare und sachlich fundierte Analyse der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern. Eine solche Analyse hat der Kanton St. Gallen 2005 herausgegeben. Eine entsprechende Erhebung für den Kanton Luzern würde die Grundlage bilden, um spezifische Massnahmen entwickeln zu können, welche auf die tatsächlichen Gegebenheiten im Kanton abstellen.