Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2006

Motion über Kinderkrippenzuschläge

Archiv: 14. September 2006

Motion von Sibylle Lehmann und Mitunterzeichnende

Der Kanton Luzern finanziert den zusätzlichen Betreuungsaufwand für Kleinkinder bis 18 Monate, welche der Bund mit seiner Anstossfinanzierung für familienergänzende Kinderbetreuung nicht trägt. Das heisst, dass Kinderkrippen, welche Kleinkinder bis 18 Monate als 1,5 Kind berechnen und so die Betreuungsqualität deutlich erhöhen, für diesen personellen Mehraufwand entschädigt werden und diese Kosten nicht den Eltern überbinden müssen.

Begründung:
Der Bund gewährt Kinderkrippen im ganzen Land eine Anstossfinanzierung. Diese «Anstossfinanzierung für familienergänzende Kinderbetreuung» wird auch von Krippen im Kanton Luzern genutzt.

Die Nachfrage nach freien Plätzen in Kinderkrippen ist nach wie vor wesentlich höher als das Angebot. Sehr gefragt sind Betreuungsplätze für Babys. Weitere Anreize sind deshalb notwendig.

Babys und Kleinkinder erfordern eine intensivere Betreuung als grössere Kinder. Einige Kinderkrippen rechnen Babys und Kleinkinder (in der Regel bis 18 Monate) deshalb nicht als ein, sondern als 1,5 zu betreuendes Kind. Das erhöht die Qualität der Kinderbetreuung und gibt den Eltern das sichere Gefühl, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.

Der Bund nimmt auf diese qualitätssichernde Massnahme aber keine Rücksicht und finanziert - unabhängig vom Alter des Kindes und dem Betreuungsaufwand - nur einen Krippenplatz.

Das stellt die Kinderkrippen vor die unangenehme Situation, einen halben Betreuungsplatz nicht finanziert zu haben. Die Kosten werden - sofern nicht die Wohngemeinde des Kindes dafür aufkommt - meist den Eltern überbunden. Das führt zu einer erheblichen Mehrbelastung der Eltern und verunmöglicht es gewissen Eltern, einen Krippenplatz finanzieren zu können.

Es liegt im Interesse des Staates, für eine qualitativ gute Kinderbetreuung zu sorgen und möglichst vielen Eltern die Kombination von Beruf und Familie zu ermöglichen.