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Ein Kantonales Leitbild für den Langsamverkehr

Archiv: 20. Februar 2006

Der Regierungsrat wird aufgefordert, ein Leitbild Langsamverkehr zu erstellen, um darauf aufbauend ein Kantonales Förderprogramm für den Langsamverkehr in den Städten, den Agglomerationen und im ländlichen Raum entwickeln zu können.

Motion von Nino Froelicher, namens der GB/JG-Fraktion

Die Erarbeitung dieses Leitbildes soll in enger Zusammenarbeit (Arbeitsgruppe) zwischen den zuständigen Kantonalen Amtsstellen und den Fachorganisationen des Langsamverkehrs erfolgen.

Begründung
Bund, Kantone und Gemeinden sind gefordert, sich stärker für den Langsamverkehr zu engagieren. Die vorliegende Motion fordert ein Leitbild Langsamverkehr auf der Stufe Kanton, um daraus ein Kantonales Förderprogramm für Fussverkehr, Wandern, Velofahren, Biken und Inline-Skaten zu entwickeln.

Der Langsamverkehr soll gemäss Kantonalem Richtplan und dem Agglomerationsprogramm bei der Bewältigung des Agglomerationsverkehrs einen wichtigen Beitrag leisten. Gerade für dicht besiedelte und deshalb oft stark belastete Gebiete bestehen grosse Potenziale, den Langsamverkehrsanteil zu erhöhen. Alle Analysen und Prognosen zeigen uns, dass ohne Gegenmassnahmen die Verkehrsprobleme in den nächsten Jahren massiv zunehmen werden. Wird heute nicht gehandelt, riskieren wir, dass das Entlastungspotential des Langsamverkehrs im Bereich der Kurzdistanzen beim Personenverkehr nicht genutzt wird.

Die Bedeutung des Langsamverkehrs ist nicht zu unterschätzen. Er weist ein erhebliches Gewinnpotenzial auf durch seinen Beitrag zur Entlastung der Umwelt (Luft, Lärm, Energie), Verbesserung des Gesamtsystems Personenverkehr, Gesundheitsförderung, Steigerung der Lebensqualität, Stärkung des nachhaltigen Tourismus und Bewältigung des Agglomerationsverkehrs.

Studien des Bundes zeigen folgende Ergebnisse:
  • Sowohl im Alltag als auch im Freizeitbereich kann der Anteil des Langsamverkehrs durch die Umsetzung eines griffigen Leitbilds um 15% erhöht werden. Um dies zu erreichen, müssen auf Stufe Bund, Kanton und Gemeinden möglichst allerorts günstige Rahmenbedingungen für den Langsamverkehr geschaffen werden.
  • Investitionen zugunsten des Langsamverkehrs zeichnen sich durch ein gutes Kosten-Nutzenverhältnis aus. Zusammen mit dem öffentlichen Verkehr und dem motorisierten Individualverkehr soll infolgedessen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten (Städte und Agglomerationen), ein leistungsfähiges und volkswirtschaftlich effizientes Gesamtverkehrssystem für den Personenverkehr geschaffen werden. Der Langsamverkehr soll in diesem Sinne als «dritte Säule des Personenverkehrs» gefördert werden.
  • Ein Engagement der öffentlichen Hand zugunsten des Langsamverkehrs im Freizeitbereich dient vielen. Durch geschicktes Verknüpfen des Langsamverkehrsangebots mit touristischen und kulturellen Angeboten können im ländlichen Raum und dabei insbesondere im Berggebiet mehrfache Nutzen, v.a. bezüglich Volkswirtschaft, Volksgesundheit, Energieeffizienz und Umweltschutz generiert werden.
  • Sowohl in dicht besiedelten Gebieten als auch im ländlichen Raum machen alle Bevölkerungskreise zunehmend Gebrauch vom Langsamverkehr, sobald sichere, attraktive und zusammenhängende Wegnetze vorhanden sind.
  • Kurzfristig soll ein Förderprogramm (Anschubprogramm) und mittelfristig eine neue finanzielle Basis die Förderung des Langsamverkehrs verstärken. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass der Wiederbeschaffungswert allein des luzernischen Kantonsstrassennetzes zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf 1.74 Milliarden Franken geschätzt wird. Gewaltige volkswirtschaftliche Investitionen stehen hinter dieser Zahl. In Relation dazu nehmen sich die bis anhin getätigten Investitionen für die Langsamverkehrsnetze höchst bescheiden aus. Es besteht hier ein gewaltiger Nachholbedarf.