Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2004

Förderung einer regionalen Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen

Archiv: 3. November 2004

Postulat von Patrick Graf, namens der GB-Fraktion

Wir bitten die Regierung, die Wiedereinführung und Weiterführung einer regionalen Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen zu fördern und zusammen mit anderen Beteiligten ihr Weiterbestehen und ihre Finanzierung sicherzustellen.

Begründung:
Selbsthilfegruppen führen Menschen zusammen, die ein ähnliches Problem gemeinsam besprechen und sich in der Problembewältigung unterstützen. Betroffene sind Hilfesuchende und Helfende zugleich: Sie leisten gratis Präventionsarbeit und ergänzen soziale und medizinische Einrichtungen. Selbsthilfegruppen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung der Gesundheits- und Sozialkosten und zur Verbesserung des Angebots.

Bis 2002 existierte im Kanton Luzern eine Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, welche zuerst von der Patientenstelle Zentralschweiz und ab 1999 von der Stelle für Freiwilligenarbeit Benevol geführt bzw. unterstützt wurde. Aufgrund finanzieller Kürzungen musste Benevol diese Aufgabe aber aufgeben, weshalb seit 2003 im Kanton Luzern keine Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für Selbsthilfe mehr existiert.

In diesem Jahr zeichnete sich mit Unterstützung der Kosch (Koordination und Förderung von Selbsthilfegruppen in der Schweiz) ein Neustart einer regionalen Kontaktstelle ab. Deren Finanzierung steht aber auf wackligen Füssen und ist nur kurzfristig gesichert. Für die mittel- bis langfristige Sicherung werden wohl (bescheidene) staatliche Beiträge notwendig sein.

Wir gehen davon aus, dass die Unterstützung einer solchen Kontaktstelle eine kantonale, wenn nicht gar eine überkantonale Aufgabe ist.Auch profitiert der Kanton im Gesundheits- und Sozialbereich in hohem Mass von den Selbsthilfegruppen. Der Kanton muss daher ein grosses Interesse an einer langfristigen Sicherung einer Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen haben. Eine kleine finanzielle Unterstützung ‐ nach Möglichkeit zusammen mit anderen Zentralschweizer Kantonen und auch privaten Institutionen ‐ wird sich damit auch für den Kanton mehrfach lohnen.