Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2004

Keine Abschaffung der Kantonsbeiträge an die Musikschulen

Archiv: 1. Mai 2004

Dringliches Postulat über die Beibehaltung der Kantonsbeiträge an die Musikschulen (Massnahme BKD 1 der Botschaft B 43)

von Patrick Graf, namens der GB-Fraktion

Wir fordern den Regierungsrat auf, auf die Abschaffung der Kantonsbeiträge an die Musikschulen zu verzichten und diese Kantonsbeiträge im bisherigen Umfang weiter auszurichten.

Begründung:
  • Das Lernen eines Musikinstrumentes fördert das Zusammenspiel der intellektuellen mit den motorischen und emotionalen Fähigkeiten, die Verbindung der beiden Gehirnhälften, die Selbstdisziplin (tägliches Üben). Dies sind Fähigkeiten, die in der Schule heute zu kurz kommen.
  • Als sinnvolle und aktive Freizeitbeschäftigung ist das Musizieren ein Beitrag zur Sucht- und Gewaltprävention und fördert beim Ensemblespiel das soziale Verhalten, die gegenseitige Rücksichtnahme und die Zusammenarbeit mit andern.
  • Mit der Abschaffung der Kantonsbeiträge besteht die grosse Gefahr, dass das Musikschulangebot in den Gemeinden verschlechtert oder gar ganz auf private Anbieter reduziert wird.
  • Der Druck auf die Gemeinden, billigere und unqualifizierte Musiklehrpersonen anzustellen, wird zunehmen. Damit sinkt die Qualität der Ausbildung massiv. Zudem macht es keinen Sinn, an der Musikhochschule Luzern qualifizierte Lehrpersonen auszubilden, die danach im Kanton kaum noch Stellen finden können.
  • Viele Gemeinden werden die Mehrkosten zum grössten Teil auf die Elternbeiträge abwälzen, womit nur noch für die Kinder wohlhabender Eltern sich die Musikschule leisten können werden. Es droht damit auch in der Bildung eine Zweiklassengesellschaft.
  • Die meisten Musikschulen sind mitten an der Arbeit, im Rahmen des Anerkennungsverfahrens die Vorgaben des Kantons für die finanzielle Unterstützung zu erstellen. Insbesondere erstellen sie mit grossem Engagement Leitbilder und Reglemente. Mit der Abschaffung der Kantonsbeiträge wäre die ganze Arbeit umsonst, die Zusammenarbeit mit dem Kanton würde eingestellt, und die gewünschte Angleichung der Angebote und Rahmenbedingungen der verschiedenen Musikschulen käme nicht zu Stande. Die Unterschiede bei der Qualität, dem Angebot und den Rahmenbedingungen zwischen den verschiedenen Musikschulen wird damit noch weiter zunehmen.