Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2004

GB fordert Mindestanteil an Nichtrauchertischen in Gaststätten

Archiv: 28. Januar 2004

Motion von Patrick Graf, GB-Fraktion im Grossrat

Wir bitten die Regierung, dem Grossen Rat einen Entwurf für eine Änderung des Gast-gewerbegesetzes vorzulegen, welche einen Mindestanteil an Nichtrauchertischen von einem Drittel in Gaststätten vorsieht.

Begründung:
  • Rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung sind NichtraucherInnen. Trotzdem verfügt ein grosser Teil der Gaststätten über keine oder nur sehr wenige Nichtrauchertische. Damit ist die Mehrheit der Bevölkerung vielerorts unfreiwillig störenden und massiv gesundheitsschädigenden Belastungen durch Rauch ausgesetzt.
  • Gemäss Umfragen fühlen sich rund 80 Prozent der Bevölkerung durch den Rauch in öffentlichen Gaststätten belästigt.
  • Während am Arbeitsplatz gesetzliche Bestimmungen für den Schutz vor Rauch existieren, fehlen diese in Gaststätten im Kanton Luzern ganz.
  • Das Rauchen ist das mit Abstand grösste Gesundheitsproblem unserer Zeit und führt in der Schweiz zu rund 8000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr. Davon betroffen sind nicht nur die (mehr oder weniger freiwilligen) Raucher selbst, sondern auch die Mehrheit der NichtraucherInnen. Rund 400 Personen pro Jahr sterben landesweit jedes Jahr allein wegen der Inhalation von Passivrauch.
  • Dies hat nicht nur für für jedeN BetroffeneN tragische Folgen, sondern auch für die Allgemeinheit. Es entstehen unter anderem immense Zusatzkosten im Gesundheitswesen und im Sozialbereich und damit auch beim Kanton.
  • Der Kanton Tessin kennt seit 1994 einen entsprechenden Mindestanteil von einem Drittel für Nichtrauchertische in Gaststätten.
  • Durch den Zwang, sich in vielen öffentlichen Gaststätten dem Rauch anderer auszusetzen, wird indirekt auch das Rauchen gefördert und damit ein höchst ungesundes Suchtverhalten.
  • Mit der vorgeschlagenen Massnahme kann mit sehr geringem Aufwand eine deutliche Verbesserung des Wohlbefindens für die Mehrheit der Bevölkerung erreicht werden und ein Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit und zur Suchtprävention. Die Massnahme ist zudem auch ein Beitrag zur Verminderung der Gesundheitskosten.