Artikel und Pressmitteilungen - Archiv 2003

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Das Interview der Woche mit Cécile Bühlmann

Archiv: 11. August 2003

10 NationalratskandidatInnen geben Auskunft - Lesen Sie jede Woche das Interview mit einer oder einem der 10 NationalratskandidatInnen des GB Luzern. Diese Woche: Cécile Bühlmann.

Interview: Michael Töngi

Cécile Bühlmann, Du bist gerade aus den Ferien zurück gekommen. Gut erholt?
Ja sehr, ich habe wunderbar abschalten und sogar die Schweizer Politik vergessen können!

Wo macht eine grüne Nationalrätin Sommerferien?
In Sizilien, in einem kleinen Dorf an der Nordküste mit Blick auf die Äolischen Inseln. Dort hat eine meiner Schwestern, die in Sizilien lebt, ein Ferienhaus direkt am Meer, phantastisch!

War es nicht furchtbar heiss?
Doch sehr, aber die Nähe zum Meer machte die Hitze erträglich!

Bei uns bröckelt das Matterhorn, die Gletscher schmelzen dahin, hat das heisse Wetter in Italien auch Folgen?
Selbstverständlich, die grosse Hitze heizt das Mittelmeer auf, so dass es an vielen Orten Quallen gab, und die Leute fürchten sich wegen der viel zu hohen Wassertemperatur vor schweren Stürmen im Herbst.

Ist die Klimaveränderung in Italien ein Thema?
Die Regierung Berlusconi beschäftigt sich leider viel zu viel mit der Verunglimpfung aller politisch Andersdenkender und mit der Sicherung der eigenen Pfründen statt mit der Lösung der wirklichen Probleme des Landes wie Massnahmen gegen den Klimawandel oder für die soziale Sicherheit.

In Italien verändert sich nicht nur das Wetter, auch das politische Klima wird immer struber. Hast Du davon etwas mitbekommen?
In der Familie und im Umfeld meiner Schwester ist der Unmut über Berlusconis rüde Politik schon lange ein Ärgernis und in gewissen Zeitungen wird er auch schwer kritisiert. Es gibt aber auch viele Medien, die zum Beispiel viel Verständnis für seine ausfällige Reaktion in Brüssel bekundet haben, leider nicht nur seine eigenen!

Auch in der Schweiz nimmt die Medienkonzentration immer mehr zu. Ist das für Dich als Nationalrätin spürbar?
Ja, sehr, wenn es die NLZ nicht will, dann kommt etwas politisch in Luzern nicht vor! Die NLZ war zum Beispiel die einzige grössere Tageszeitung der Schweiz, die es fertig gebracht hat, über das 20-jährige Bestehen der Grünen Schweiz ausser einer winzigen Agenturmeldung nichts zu berichten. In allen anderen namhaften Medien der Schweiz wurde über das Ereignis ausführlich berichtet. Das ist doch demokratiepolitisch jenseits von gut und bös, sind wir Grüne doch seit 20 Jahren die grösste Oppositionspartei in diesem Land und mit kreativen und zukunftsweisenden Vorschlägen zur Lösung der dringendsten Probleme stets präsent!

Gibt es ein Gegenmittel?
Wir versuchen es mit einer Verfassungsreform, allen bösen Reaktionen der grossen Verlagshäuser, die von Staatsintervention und Zensur reden und das grosse Marktcredo herunterbeten, zum Trotz!

Was heisst wir?
Ich bin Mitglied der Staaspolitischen Kommission SPK und Mitglied der Subkommissin Medien und Demokratie. Der Zustand der Schweizer Presselandschaft ist aus staatspolitischer Sicht für ein direkt demokratisches Land wie die Schweiz beunruhigend. Dieser Meinung ist die SPK grossmehrheitlich auch. Deshalb haben wir einen Verfassungsartikel zur Förderung der Pressevielfalt ausgearbeitet. Er soll Gegensteuer gegen die Monopolwüsten geben können, indem er kleinere Zeitungen fördern und die Ausbildung der Medienschaffenden unterstützen hilft.

Wenn Du wählen könntest, wie sähe die Zeitung aus, die Dir entspricht?
Wenn ich wählen könnte, gäbe es vor allem nicht nur eine Zeitung in Luzern und wenn es schon nur eine gibt, müsste das eine Zeitung sein, ohne die ich morgens beim Frühstück nicht sein könnte. Weil sie so spannend ist, Überraschendes bereit hält, Hintergründe ausleuchtet, recherchiert, provoziert, nachhackt, Rede und Gegenrede zulässt. Sicher hätte Mörgeli darin keine Kolumne!