Artikel und Pressmitteilungen - Archiv 2003

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Attraktive Wege für den Langsamverkehr schaffen

Archiv: 24. April 2003

Können Sie sich heute noch vorstellen, dass sich täglich Tausende von Autos durch die engen Gassen der Altstadt quälen? Die Einführung der autofreien Altstadt ging vor Jahrzehnten nicht ohne politische Misstöne über die Bühne, wie dies auch heute beim Grendel der Fall ist. Viele GeschäftsinhaberInnen waren damals überzeugt, dass ihre Kundschaft ausbleiben werde. Das Gegenteil traf ein: Gerade wegen der autofreien Zone konnte sich die Altstadt als "Einkaufsparadies" behaupten. Die idyllischen Plätze und das Reussufer laden im Sommer zum Verweilen ein; Strassencafés, regelmässige Märkte und ein relativ breites Angebot locken die KundInnen in die Altstadt.

von Christa Stocker, Grossstadträtin, Luzern

Seit dem 1. November 2001 ist ‐ nach einem 12 Jahre dauernden politischen Seilziehen - endlich auch der Grendel autofrei. Weil der Strassenzug Grendel‐Grabenstrasse-Löwengraben städtebaulich noch nicht umgestaltet werden konnte, wirkt er im Moment wenig einladend. Der Grosse Stadtrat von Luzern hat der geplanten Umgestaltung grossmehrheitlich zugestimmt. Einzig die SVP war mit dem Bericht und Antrag des Stadtrates aus finanziellen Ueberlegungen nicht einverstanden. Am 18. Mai kommt die Vorlage nun zur Abstimmung, weil der SVP-nahe "Verein für tragbare Steuern" das Referendum ergriffen hat.

Der Strassenzug Grendel-Löwengraben begrenzt die Altstadt. Er gehört zum ehemaligen Befestigungsring. Deshalb ist er von städtebaulicher Bedeutung. Dies hat den Stadtrat veranlasst, für die Gestaltung der neuen Fussgängerachse einen Projektwettbewerb durchzuführen. Im Wissen um das grosse öffentliche und private Interesse an diesem Strassenraum hat die Baudirektion eine breite Diskussion ermöglicht. Ziel war es, durch die frühzeitige Mitwirkungsmöglichkeit aller relevanten Interessenvertreter den grösstmöglichen gemeinschaftlichen Nutzen herauszuholen.

Das Siegerprojekt des Gestaltungswettbewerbs behandelt den "Grossstadtgraben" als Einheit. Im Bereich Falkenplatz müssen Wasserleitungen erneuert und ein neuer Trennkanal für die Oberflächenentwässerung gelegt werden. Gleichzeitig mit den Leitungsarbeiten wird die Naturpflästerung entfernt und durch einen Asphaltbelag ersetzt.

Der "Verein Löwengraben" und der "Verein für tragbare Steuern" wollen den StadtbürgerInnen weismachen, dass die vorgeschlagene Umgestaltung zu viel kostet. Eine überzeugende städtebauliche Massnahme soll nicht Luxus sein, aber gestalterisch überzeugen. Die Achse muss vielfältig nutzbar und für künftige Entwicklungen flexibel bleiben.

Geld für Strassenbauten wird von bürgerlicher Seite meist ohne zu zögern gesprochen. Massnahmen für den Langsamverkehr werden härter kritisiert und in ihrem Nutzen angezweifelt. Umgestaltungsvorlagen hatten es in der Stadt selten leicht. Ich denke da an den Schweizerhofquai oder auch an die hart erkämpfte Neugestaltung des "Helvetia-Gärtli". Das ganze Neustadtquartier profitiert heute von diesem gut gestalteten Platz, der zum Verweilen, Einkaufen und Spielen einlädt und als beliebter Gartenbeizen-Platz genutzt wird. Das GB ist überzeugt, dass auch der städtebaulich aufgewertete Grendel für die Luzerner ein neuer attraktiver Begegnungsraum sein wird.