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Den Schlüssel in die Hand nehmen

Archiv: 28. Februar 2003

Grüne Politik stützt sich auf Grundwerte wie Demokratie, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Frauen und Männer sollen zu allen Bereichen der Gesellschaft und ihren Errungenschaften gleichberechtigt Zugang haben und sich in einer intakten Umwelt ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend beteiligen können. Wichtigste Voraussetzungen sind vernetztes Denken und ein Handeln, das Prozesse zulässt.

von Louis Schelbert, Regierungsratskandidat

Beispiel Bildung. Im Kern geht es darum, dass alle Mädchen und Knaben den Anschluss an die wesentlichen Standards finden: gesellschaftlich, wirtschaftlich, kulturell. Zentral dafür sind allgemeine Schulpflicht, Volksschule und Allgemeinbildung. Das Ziel: Persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen. Alle müssen sich individuell finden und sozial integrieren können. Alle sollen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln, um sich und die Gesellschaft weiter zu bringen. Was fehlt, ist ein Recht auf Ausbildung. Ein entscheidendes Stichwort heisst Chancengleichheit.

Lebensschule
Die Schule bereitet auf das Leben vor. Welche Allgemeinbildung brauchen wir DemokratInnen, um kompetent mitentscheiden können? Was müssen wir lehren und lernen, um nachhaltige Entwicklung zu verstehen, um Risiken neuer Technologien abschätzen zu können? Was, damit wir Arbeitslosigkeit, Hunger und Gewalt wirksam entgegentreten können? Fachwissen allein genügt nicht. Produktionstechniken und Wissenschaft entwickeln sich rasend schnell. Inhaltliches Wissen (Allgemeinbildung) wird zurückgedrängt, formalisiertes Wissen wird wichtiger und die Fähigkeit, sich neues Wissen möglichst schnell anzueignen.

Ist Allgemeinbildung deshalb überflüssig? Ich denke nein. Noch längere Zeit wird gelten: Wer einen guten Schulrucksack mitbringt, startet mit besseren Chancen auf den Lebensweg. "Schule in Diskussion" muss zeigen, womit er bepackt wird. Mathe, Sprache, M + U gehören sicher dazu, musische Bildung und Sport sind für mich gesetzt. Für Informatik und Fremdsprachen steigt die Zustimmung, wenn didaktisch ausgereifte und altersgerechte Curricula da sind. Darauf sind die (künftigen) Lehrpersonen vorzubereiten.

Es ist sicherzustellen, dass genügend und geeignete Schulräume da sind. Bildung ist nicht nur via Bauaufträge ein Wirtschaftsfaktor: Um als Standort attraktiv zu sein, braucht Luzern qualitativ gute Angebote auf allen Bildungsstufen und in allen Bereichen (Volksschule, Berufsbildung und Mittelschule, Fachhochschule und Universität).

Schlüsse aus der Pisa-Studie
Bildung ist in der Demokratie unabdingbar. Nur: Gemäss "Pisa"-Studie können etwa 20 % der 15jährigen nur lesen und verstehen, was sie vom Alltagsgebrauch her kennen. Zum grossen Teil sind davon Kinder betroffen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Was tun? Die Sprachkompetenz rückt ins Zentrum. Dafür gibt es Lösungsansätze, für die die Schule kompetent ist: Heimatliche Sprache und Kultur ist ein Stichwort, das zweite Kindergartenjahr ein anderes.

"Pisa" fordert Massnahmen zur Förderung der Integration und sozialer Kompetenzen. Für die Sozialisation ist wesentlich die Familie zuständig. Wenn Eltern überfordert sind, muss die Gesellschaft sie besser (unter-)stützen. Zum Teil materiell über Kinderzulagen und Erlassen von Krankenkassenprämien (Minderung des Armutsrisikos). Zum Teil mit familienergänzenden Betreuungsangeboten wie Spielgruppen, Krippen, Tagesschulen oder Mittagstisch (Abbau von Doppelbelastungen). Das würde auch die Schule entlasten.

Bildung ist ein wichtiger Schlüssel zur Zukunft. Nehmen wir ihn die Hand. Gibt es Zweifel? Ich will mithelfen, die Zweifelnden zu überzeugen. Die Voraussetzungen sind günstig: Bund, Kantone und Gemeinden stellen Mittel bereit. Haushälterisch damit umzugehen, ist selbstverständlich. Luzern und die Zentralschweiz sollen die Chancen solidarisch nutzen.