Artikel und Pressmitteilungen - Archiv 2002

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Wahlempfehlung Louis Schelbert an der Nominationsversammlung vom 3. Dezember 2002

Archiv: 4. Dezember 2002

Es freut mich, dass ich euch heute Abend meinen Fraktionskollegen und Freund Louis Schelbert als Regierungsratskandidaten für die Wahlen 2003 für das Grüne Bündnis vorstellen und empfehlen darf. Ich werde diese Vorstellung in drei Teile gliedern. Anfangen werde ich mit ein paar Eckdaten zur Person, Ausbildung und beruflichen Tätigkeiten von Louis Schelbert. Danach werde ich versuchen, die politischen Schwerpunkte von Louis anhand von konkreten Vorstössen der laufenden Legislaturperiodie innerhalb und ausserhalb des Parlamentes zu skizzieren. Zum Schluss werde ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Louis darlegen, warum das Grüne Bündnis mit einer "Kandidatur Schelbert" inhaltlich und persönlich auf die richtige Karte setzt.

von Gaby Müller, GB-Grossrätin und -Fraktionschefin

Louis Schelbert ist 1952 in Luzern geboren. Die Schulen besuchte er ebenfalls alle in Luzern und machte 1972 die Matura, Typus B an der Kantonsschule Alpenquai. Von 1972 ‐ 1980 studierte er an der Uni Bern Deutsch, Philosophie und Geschichte. Er war Werkstudent und arbeitete u.a. bei der Post und als Lehrer an Primar-, Sekundar- und Berufsschulen. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Louis während sechs Jahren u.a. auf dem Bau, unterrichtete Deutsch für Fremdsprachige bei der SUVA-Sektion Ausbildung und war in der Administration der Kinos Moderne und Atelier in Luzern tätig. Zwischen 1987 und 1997 arbeitete Louis als freier Jounalist für diverse schweizerische Medien (TA-Magazin, SoZ, Beobachter, K-Tip, DU, Radio DRS u.a.). Seit 1997 ist Louis geschäftsleitender Sekretär des LGB. Mit seiner Berufung gelang es zum erstenmal, dass ein Nicht-SP-Mitglied diese wichtige Funktion besetzt. Für die Zeitschriften "K-Tipp" und "work" ist er weiterhin als freier Journalist tätig.

Louis Schelbert ist verheiratet mit Monika Feucht und sie haben drei gemeinsame Kinder: Zora, Vasco und Kim. Seine Freizeit verbringt er mit Lesen, Musik (hören), Kochen, Reisen und Sport.

Der politisch-parlamentarische Werdegang von Louis nahm seinen Anfang 1979, als er in den Grossen Stadtrat (Poch) gewählt wurde. Bis 1987 sass er im Stadtparlament und war Mitglied der Finanzkommission. Seit 1991 ist Louis im Grossen Rat. Von 1995-2000 war er Fraktionspräsident der GB-Fraktion. Er vertritt uns in den ständigen Kommissionen WAK und in der SPK.

Ausserparlamentarisch ist Louis Mitglied der Ständigen Wirtschaftskonferenz der Regierung (seit 1997), des Fachhochschulrates der FHZ (seit 2000) und Co-Präsident der Plattform Holz (seit 2001).

Politische Schwerpunkte:
Die inhaltlichen Schwerpunkte der politischen Arbeit von Louis in ein paar kurzen Sätzen zu skizzieren ist eine schwierige Aufgabe. Die Bezeichnung "politischer Allrounder" trifft auf Louis in hohem Ausmass zu und so gibt es denn auch fast keinen gesellschaftlichen Bereich, der für ihn nicht auch politisch relevant wäre. Ich habe mir die parlamentarischen Vorstösse von Louis der laufenden Legislaturperiode etwas genauer angeschaut und habe dabei folgende Kernbereiche ausmachen können:
  • Verkehrs- und Umweltpolitik
  • Demokratie und Parlamentsrechte
  • Sozialpolitik und
  • Wirtschaftspolitik
Die berufliche Tätigkeit beim LGB und die Mitarbeit in der WAK bringt es mit sich, dass sich der politische Schwerpunkt von Louis vermehrt auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik konzentriert. So lancierte er in der laufenden Legislatur z.B. Vorstösse für ausreichende Kinderzulagen, die gesetzliche Verankerung eines sozialen Existenzminimums und eine Standesinitiative zur Neuordnung der Familienzulagen nach dem Tessiner-Modell, welche gegen den Willen der Regierung vom Parlament überwiesen wurde. Die Politik des Kantons Luzern im Bereich der KK-Prämienverbilligung ist ein politischer Dauerbrenner. Im Bereich der Lohnpolitik finden sich Vorstösse gegen diskriminierende Frauenlöhne, für die Beseitigung von Tieflöhnen beim Kanton sowie die Finanzierung der lohnmässigen Gleichstellung im Gesundheitswesen aufgrund einer erfolgreichen Zürcher Gleichstellungsklage. Ein grosses Anliegen von Louis ist auch die Erhaltung des Werkplatzes Luzern zum Schutz von Arbeitsplätzen, und dies sowohl im Dienstleistungsbereich (z.B. Post) wie auch in der von Krisen geschüttelten Industrie.

Ein zweiter Schwerpunkt von Louis sind sicher alle Fragen rund um Demokratie, Mitbestimmung und die Parlamentsrechte. Im Rahmen der Einführung von WOV hat sich Louis zusammen mit der Fraktion an vorderster Linie für ein starkes Parlament vis-à-vis der Regierung und Verwaltung eingesetzt. So steht er z.B. ein für die Ausweitung der Wahlkompetenzen des Grossen Rates, und die Mitsprache des Parlamentes bei interkantonalen Konkordaten. Ein ganz neuer und aktueller Vorstoss von ihm verlangt die Einführung des Oeffentlichkeitsprinzips im Kanton Luzern. (Dies würde bedeuten, dass grundsätzlich alle Dokumente öffentlich zugänglich sind, ausser sie enthalten schützenswerte Daten. Heute ist es genau umgekehrt: Alles ist geheim ausser es besteht ein öffentliches Interesse.)

Im Bereich der Verkehrs- und Umweltpolitik setzte sich Louis für die Bevölkerung ein, welche durch den Transitverkehr und die drohende Lärm- und Abgasbelastung der 40-Tönner besonders hart getroffen ist. Ebenso verlangte er in einem Postulat, dass sich der Kanton stärker für eine koordinierte Politik im Bereich öV einsetzt und dort eine federführende Rolle übernimmt. Des weiteren rang er der Luzerner Regierung eine Stellungnahme ab zur (mittlerweilen abgelehnten) nuklearen Entsorgung am Wellenberg.

Als Ergebnis der Diskussionen um einen Holzförderungsartikel im kantonalen Waldgesetz, initierte Louis die "Plattform Holz". Diesem Gremium gehören Holzverarbeiter, Forstvertreter, Waldeigentümer, innovative Unternehmer und Vertreter aus dem Energiebereich an, mit dem Ziel die Holzverarbeitung im Kanton Luzern besser zu koordinieren und die Absatzförderung des Rohstoffes "Holz" voranzutreiben. Dass es Louis, als einem Vertreter der Grünen und der Gewerkschaften gelang, alle beteiligten Kreise an einen Tisch zu bringen um gemeinsam an einer ökologisch und regionalpolitisch sinnvollen Holzförderung zu arbeiten, spricht für das Ansehen und die hohe Akzeptanz von Louis.

In der Ausländer- und Integrationspolitik hat sich Louis v.a. ausserparlamentarisch stark engagiert. So z.B. für die Familie Hondo, welche dank seiner Hartnäckigkeit bei den Luzerner Schulbehörden ihre Kinder weiterhin in der Regelklasse behalten konnten, oder sein wichtiger Beitrag bei der Lancierung der beiden GB-Einbürgerungsinitiativen.

Das politische Denken und Handeln von Louis ist stark geprägt vom Grundsatz: "Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich in ihrem Umgang mit den Schwächeren". Dies gilt sowohl für Einzelpersonen wie auch z.B. für die Bevölkerung von Randregionen, welche durch die zunehmende Zentralisierung und Abwanderung von Arbeitsplätzen und Kultureinrichtungen zunehmend unter Druck geraten. Das Engagement von Louis für die schwächeren und darum auch schutzbedürftigeren Menschen in unserer Gesellschaft gründet in seiner Biographie. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und hatte das Glück, sehr aufgeschlossene Eltern zu haben. Diese ermöglichten ihren Kindern eine Ausbildung nach Wunsch, was nur durch viel Arbeit und auch Verzicht möglich war. Trotz einer sehr guten Ausbildung und dem sozialen Aufstieg, weiss Louis woher er kommt. Nicht alle haben das Glück, bei solchen Eltern aufzuwachsen, und genau für diejenigen braucht es einen starken und gerechten Staat, welcher die Chancengleichheit fördert.

Persönliche Erfahrungen in der Zusammenarbeit:
Ich blicke auf eine bald sechsjährige Zusammenarbeit mit Louis in der GB-Fraktion zurück. Immer wieder durfte ich die Erfahrung machen, dass Louis im Umgang mit neuen Fraktionsmitgliedern äusserst kollegial und hilfsbereit war (und ist). Seine grosse politische Erfahrung und fundierte Sachkompetenz stellt er in der Fraktion zur Verfügung und lässt dabei aber auch andere Ideen und Meinungen gleichwertig gelten. Der Meinungsbildungsprozess innerhalb der Fraktion ist für Louis erst dann gut abgeschlossen, wenn unterschiedliche Positionen ausdiskutiert sind und eine Lösung gefunden ist, hinter der alle stehen können. Es gibt für ihn keine "richtigere" Meinung allein aufgrund einer längeren politischen Erfahrung oder eloquenteren Ausdrucksweise.

Das Regierungsverständnis von Louis ist geprägt von einer liberalen Einstellung der Selbstorganisation. Er ist überzeugt von einem partizipativen Führungsstil. Die Rolle eines Vorgesetzten besteht v.a. darin, dass er Leute motiviert und ihnen ein Arbeitsklima bietet, in dem sie gute und kreative Leistungen erbringen können.

Führungserfahrungen machte Louis z.B. im Vorstand des LGB und SGB, im Fachhochschulrat, als GB-Fraktionschef und als Co-Präsident der Plattform Holz.

Die Bereitschaft zuzuhören, Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft und einen fairen Diskussionsstil erachte ich als wichtige Eigenschaften, die ein Regierungsrat haben muss. Dies alles bringt Louis nebst einer hohen Sachkompetenz mit.

Rede von Louis Schelbert an der Nominationsversammlung des GB