Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2002

Ruedi Schmidig wird höchster Stadt-Luzerner

Archiv: 2. September 2002

Nach der Sommerpause konstituiert sich der Grossstadtrat neu. Das Grüne Bündnis stellt im neuen Amtsjahr das Präsidium. Ruedi Schmidig, vor einem Jahr bereits ehrenvoll zum Vizepräsidenten gewählt, ist am 5. September einstimmig zum Grossstadtratspräsidenten gewählt worden. Das einmalige Wahlergebnis ist Lohn für Schmidigs geradliniges, kompetentes und faires Politisieren.

von Cony Grünenfelder, Grossstadträtin, Luzern

Ruedi Schmidig ist in Luzern geboren. Nach Abschluss von Primar- und Sekundarschule in der Stadt Luzern, absolvierte er bei den damaligen Sauerstoff- und Wasserstoff-Werken in Kriens eine kaufmännische Lehre. Anschliessend war er in verschiedenen Betrieben tätig. Seit 1986 führt er ein eigenes Treuhand-Büro.

Ruedi Schmidig wurde jung Vater von drei Kindern, die bereits erwachsen sind und zum Teil selber wieder Kinder haben. Heute ist Ruedi verheiratet mit der freischaffenden Künstlerin Anna Margrit Annen. Anna ist künstlerisch tätig im Bereich Bildende Kunst und unterrichtet an verschiedenen schweizerischen Schulen für Gestaltung. Gemeinsam waren die beiden am Aufbau von privaten Gestaltungsschulen auf dem Platz Luzern beteiligt.

Musik faszinierte Ruedi schon in jungen Jahren. Mit 16 erstand er sich einen Elektro-Bass. Mit viel Fleiss und gutem Musikgehör erlangte er als Autodidakt bald Konzertreife. In verschiedenen Formationen war der junge Bassist damals zu hören. Ein legendäres Sonntagsnachmittags-Konzert im Opéra, aber auch Auftritte im Mascot gehörten dazu. Später baute er seine Fähigkeiten durch eine Weiterbildung an der Jazz Schule aus. Heute spielt er in der Gruppe "Blue Mood".

Ein beharrlicher Kämpfer mit blendender Fachkenntnis
Politisch aktiv wurde Ruedi Schmidig Ende der 70er-Jahre in der Bewegung "Migros-Frühling". Damals in Horw wohnhaft, engagierte er sich im Initiativ-Komitee für die Sicherstellung einer öffentlichen Nutzung der Villa Krämerstein. Als aktives SP-Mitglied kandidierte er 1983 für den Einwohnerrat. Im Nachgang an die Nicht-Wahl von Lilian Uchtenhagen in den Bundesrat gab Ruedi den Partei-Austritt. Er stellte zusammen mit weiteren SP-Leuten die Weiterführung der Bundesratsbeteiligung unter personellem Diktat der Bürgerlichen in Frage.

1985 zog er wieder in die Stadt und kandidierte 1987 beim Grünen Bündnis für den Grossen Stadtrat. 1990 gelangte er als Nachfolger von Max Gmür ins Stadtparlament. Während Jahren gehörte er der Finanzkommission an. Mit seinen detaillierten Dossierkenntnissen und seiner gewissenhaften, präzisen politischen Arbeit prägte er die Auseinandersetzungen um die Verselbständigung der ÖKK und der Städtischen Werke massgeblich.

Obwohl er als langjähriges Mitglied der ÖKK Verwaltungskommission den Verselbständigungsprozess begleitet hatte, traf die erste Verselbständigungs-Vorlage bei ihm auf harten Widerstand. Er setzte sich vehement für die Wahrung der Volksrechte ein.

Seine fundierte und akribische Finanzanalyse bescherte der Stadtkasse Mitte der Neunziger Jahre 12 Millionen Franken. Die versteckten Millionengewinne bei den Städtischen Werken wirbelten viel politischen Staub auf. Forderungen nach Betriebs- und Führungskonzepten, Energiesparreglement etc. waren für ihn die logische Folgerung. Jahrelang setzte er sich für deren Umsetzung ein. Gleichzeitig engagierte er sich für die Stromrappen-Initiative des Grünen Bündnis.

Seit den Wahlen 2000 leitet Ruedi die Grossstadtrats-Fraktion und seit dem Frühling 2002 präsidiert er die Bürgerrechtskommission.

Als Fraktionskollege schätzte ich seine fundierte und beharrliche Parlamentsarbeit sehr. In seinen engagierten Auseinandersetzungen setzt er sich immer für die Gesamtinteressen der Stadt Luzern und deren Bewohnerinnen und Bewohner ein. Auseinandersetzungen um Inhalte führt er in der Sache engagiert, aber im Umgang trotzdem immer fair. Ich freue mich, wenn er am 5. September 2002 vom Parlament zum Grossstadtratspräsidenten und damit zum höchsten Luzerner gewählt wird.